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Umfrage zeigt Mehrheit für Rücktritt von deutschem Kanzler

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich derzeit für einen Rücktritt von Kanzler Friedrich Merz aus. Laut aktuellem "Trendbarometer" für RTL und ntv sagten das zuletzt 55 Prozent der Befragten, 40 Prozent sprachen sich für seinen Verbleib im Amt aus. Wie die am Dienstag veröffentlichte Forsa-Umfrage weiter ergab, sind elf Prozent der Deutschen mit Merz' Arbeit zufrieden - ein Punkt mehr als in der Vorwoche.

Nur elf Prozent der Deutschen mit Merz' Arbeit zufrieden
© APA/dpa
Nur elf Prozent der Deutschen mit Merz' Arbeit zufrieden

Einen Rücktritt von Merz befürworten der Umfrage zufolge vor allem Anhänger der AfD, Wählerinnen und Wähler aus Ostdeutschland sowie Anhängerinnen und Anhänger der Linken. Bei der Frage, welcher Partei die Bundesbürger am ehesten zutrauen, die Probleme in Deutschland zu lösen, liegt die AfD mit unverändert 13 Prozent vorn. Die Union verliert einen Prozentpunkt und kommt auf zehn Prozent.

Den Grünen trauen acht Prozent politische Kompetenz zu, SPD und Linken jeweils sechs Prozent. Eine deutliche Mehrheit von 54 Prozent der Befragten glaubt allerdings, dass gar keine Partei in der Lage ist, die Probleme in Deutschland zu lösen.

Die AfD kommt in der Umfrage unverändert auf 27 Prozent Wählerinnenzustimmung, die Union auf 20 Prozent. Die Grünen verlieren einen Punkt zur Vorwoche und kommen auf 17 Prozent, SPD und Linke erreichen jeweils zwölf Prozent. FDP und BSW wären nicht im Bundestag vertreten. Die Umfrage wurde vom Institut Forsa zwischen dem 15. und 21. September an 1.004 bis 2.504 Menschen, abhängig von der Fragestellung, durchgeführt.

Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hatte es für die Kanzlerpartei neuerlich schwere Niederlagen gegeben. In der Hauptstadt musste die CDU den ersten Platz an die Linke abgeben, in Mecklenburg-Vorpommern scheiterte sie sogar an der Fünf-Prozent-Hürde. Erstmals in ihrer 81-jährigen Parteigeschichte schaffte die CDU damit den Einzug in ein deutsches Landesparlament nicht. Merz hat als Konsequenz aus dem "Desaster" angekündigt, seine umstrittene Reformpolitik noch energischer vorantreiben zu wollen. Koalitionspartner SPD wertete das Votum hingegen als Signal für Anpassungen bei den schon vereinbarten Reformen.

Beobachter rechnen nicht damit, dass sich Merz lange als Kanzler wird halten können. Auch innerhalb des Juniorpartners SPD regt sich Kritik an der Parteiführung. "Ich sage nicht, dass die beiden die Probleme sind, aber im Moment sind sie auch nicht Teil der Lösung", sagte Juso-Chef Philipp Türmer am Dienstag mit Blick auf Vizekanzler Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas, die gemeinsam die SPD-Spitze bilden.