Graz99ers: Ein letztes Mal Holzer und ein erstes Banner für den Bunker
Ein besonderer Heimauftakt erwartet die Graz99ers am Mittwoch gegen Bozen. Zum ersten Mal wird ein Meister-Banner unter das Hallendach gezogen.
In seiner Karriere hat Michael Schiechl schon einiges erlebt – zahlreiche Meistertitel mit dem Salzburger Eishockey-Ensemble inklusive. Doch der Heimauftakt „seiner“ Graz99ers am Mittwoch gegen Bozen dürfte selbst für den Routinier etwas ganz Besonderes werden. „Als Steirer mit Graz Meister zu werden, das hätte ich mir vor ein paar Jahren nicht erträumen lassen. Es war sicher einer der schönsten Momente in meiner Karriere und ist noch immer ein super Gefühl“, erklärt der 37-Jährige vor dem Heimauftakt. Und dabei dürfte es ergebnisunabhängig zu einem weiteren „schönen Moment“ für ihn und alle Fans der 99ers kommen.
Denn bevor es für Schiechl und Kollegen auf das Eis geht, betritt mit Korbinian Holzer der Meister-Kapitän noch einmal das Eis im Grazer Bunker. Der Deutsche beendete nach dem erfolgreichen Titel in der Vorsaison seine aktive Karriere, ist seit dieser Eiszeit als Development-Coach für die Entwicklung der nächsten Generation an 99ers-Spielern verantwortlich. Holzer wird das Team am Mittwoch noch einmal auf das Eis führen und als besondere Geste wird das erste Meister-Banner in der 99ers-Geschichte unter das Hallendach in Liebenau gezogen.
Bozen als harter Brocken
Wie schwer es wird, diesen Vorgang in einem Jahr mit einem neuen Meister-Banner zu wiederholen, weiß auch Schiechl ganz genau. „Es wird natürlich eine sehr große Aufgabe werden, aber es ist unser Ziel Nummer eins. Wir wissen aber auch, dass es ein bisschen schwerer ist, wenn man der große Gejagte ist und nicht mehr von hinten aus jagen kann.“ Der Auftakt in der Fremde verlief für die Steirer souverän. Auf die 2:4-Auftaktniederlage auswärts gegen Pustertal folgte in Vorarlberg ein 3:1-Erfolg, den auch Headcoach Dan Lacroix als „sehr wichtig“ eingestuft hat. Umso wichtiger wäre es also, beim Heimauftakt gegen Bozen nachzulegen. „Bozen ist eine Mannschaft, gegen die es immer sehr hart und sehr schwer zu spielen ist“, weiß Lacroix. „Sie haben einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern, die viel neue Energie in ihr Team bringen. Wir werden uns hoffentlich vom anstrengenden Road-Trip am Wochenende gut erholt haben, denn genau solche Energie wird es auch von uns brauchen.“
Denn noch hat sich die neue Grazer Mannschaft nicht perfekt gefunden, was zu diesem Zeitpunkt der Saison völlig logisch ist. „Wir haben heuer wieder bei Null angefangen und es ist ein Prozess, bis wir zueinander gefunden haben. Ich bin mir sicher, dass wir Woche für Woche besser werden“, erklärt Schiechl, der mit seinen 37 Jahren gewiss zu den Routiniers in der Grazer Kabine gehört. „Ich fühle mich aber noch relativ jung, obwohl es dort und da ein paar Wehwehchen mehr werden.“ Ob er seinem jüngeren Ich mit dem Wissen von heute gerne etwas ausrichten möchte? „Eigentlich nicht, da ich jetzt fast schon zu viel weiß. Als Junger bist du noch viel befreiter und da denkst du auch nicht so viel nach.“