Top-Nationen starten verändert in die Nations League
Für Deutschland, Frankreich, Italien oder die Niederlande beginnt mit der Nations League eine neue Zeitrechnung. Die Nationalteams befinden sich im Umbruch.
Es ist traditionell eine Zeit der Umbrüche bei Nationalmannschaften. Die Zeit nach großen Turnieren wird oft genutzt, um neuen Spielern und Trainern die Chance zu geben, sich für die nächsten Jahre zu empfehlen. Die ersten Länderspiele nach der WM 2026 bilden keine Ausnahme, viele Top-Nationen haben sich neu aufgestellt.
Bereits am Donnerstag (20.45 Uhr) kommt es in Amsterdam zum Duell zweier runderneuerter Teams. Nachdem Deutschland und die Niederlande bei der WM jeweils im Sechzehntelfinale gescheitert waren, vollzogen beide einen Trainerwechsel. Jürgen Klopp übernahm die DFB-Elf von Julian Nagelsmann, bei der „Oranje“ hat Xavi nach Ronald Koeman das Sagen. Klopp sorgte bereits bei seiner Kadernominierung für Aufsehen, nicht weniger als 44 Spieler finden sich in seinem Aufgebot. Während etablierte Namen wie Antonio Rüdiger, Manuel Neuer, Leroy Sane oder Leon Goretzka keine Rolle mehr spielen, bekommen viele junge Akteure die Chance, sich zu beweisen. „Die Kaderzusammenstellung hat Spaß gemacht. Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen und so viele Eindrücke wie möglich von ihnen bekommen“, sagte der ehemalige Liverpool-Coach. Auch Xavi, der bis Sommer 2024 den FC Barcelona trainiert hat, leitet mit seinem Kader einen kleinen Umbruch ein. So hat der Spanier etwa auf den Rekordtorschützen Memphis Depay verzichtet.

Ein weiterer neuer prominenter Name auf der Trainerbank eines Nationalteams ist Zinedine Zidane. Der ehemalige Weltfußballer und dreifache Champions-League-Sieger als Trainer übernahm die französische Nationalmannschaft, nachdem Didier Deschamps die „Équipe Tricolore“ nach 14 Jahren verlassen hatte. Am Freitag feiert er seine Premiere gegen die Türkei, prominente Namen wie Karim Benzema oder N‘Golo Kante fehlen. „Ich bewundere, was sie geleistet haben, aber ich muss mir vor allem jüngere Spieler ansehen“, sagte Zidane, der ansonsten auf den vertrauten Stamm rund um Kylian Mbappé, Michael Olise, Ousmane Dembele und Dayot Upamecano baut.

Ebenfalls am Freitag treffen zwei Top-Nationen aufeinander, die in den vergangenen Jahren nicht vom Erfolg gekrönt waren. Belgien scheiterte bei der WM im Viertelfinale und wagt mit Mark van Bommel an der Seitenlinie einen Neuanfang. Nicht dabei ist Thibaut Courtois, der eine Pause einlegt. Bei Gegner Italien blieb nach der erneuten verpassten WM kein Stein auf dem anderen. Europameister-Trainer Roberto Mancini kehrte zur „Squadra Azzurra“ zurück, mit einem Durchschnittsalter im Kader von 25 Jahren hat er zudem den nächsten Umbruch eingeleitet. Nach neun Jahren hat Zlatko Dalic die kroatische Nationalmannschaft verlassen, Slaven Bilic hat nun das Sagen. Bei Portugal übernahm Jorge Jesus von Roberto Martinez, Cristiano Ronaldo ist weiter Teil des Kaders.