Fischbacher Ehepaar feiert nächstes Jahr „Steinerne Hochzeit“
Maria und Johann Pripfl heirateten am 29. Mai 1960. Kommendes Jahr feiert das Paar aus Fischbach also die Steinerne Hochzeit und ist damit 67,5 Jahre verheiratet.

67,5 Jahre. Fast ein ganzes Menschenleben. So lange sind Maria und Johann Pripfl kommendes Jahr am 29. November verheiratet und feiern die Steinerne Hochzeit. Bereits heuer wurden sie im September zur Jubelpaarmesse nach Fischbach eingeladen, denn so lang wie sie ist kaum jemand verheiratet.
Am 29. Mai 1960 gaben sich die beiden Fischbacher am Weizberg das Ja-Wort. Danach wurde in Fischbach gefeiert. „Wir sind ein bisschen zu spät gekommen, die Musiker haben schon auf uns gewartet“, erinnert sich Johann Pripfl, der heuer im Dezember 90 Jahre alt wird. Seine Frau Maria ist vier Jahre jünger als er, kennengelernt haben sie sich als Jugendliche.

In Obhut von künftigem Schwiegervater
„Meine Mama ist im Krieg gestorben, da war ich gerade im neunten Lebensjahr“, erzählt der 89-Jährige, der eine sehr bewegte Kindheit hinter sich hat. Außer seiner Mutter hatte er keine Verwandten, er kam bei unterschiedlichen Bauernhöfen unter. „In der Früh vor der Schule hab ich im Stall gearbeitet, am Abend dann wieder.“ Auch Gewalt erfuhr er.
Als sein künftiger Schwiegervater mitbekam, dass der Bub geschlagen wurde, übernahm er die Obsorge und holte ihn auf seinen Bauernhof. Dort lernte Pripfl seine zukünftige Frau kennen. „Sie war 16, als wir zusammengekommen sind.“
Fünf Kinder
Im April 1957 kam Tochter Anni zur Welt, das erste von fünf Kindern. Geheiratet wurde erst drei Jahre später, als Maria im Anmarsch war. Danach folgten Sepp, Barbara und Christian. Mittlerweile hat das Paar 15 Enkerl im Alter von 53 bis 20 Jahren und 19 Urenkel im Alter von 23 bis 4 Jahren.
Bei runden Geburtstagen, so wie bei Pripfls bevorstehendem 90er, kommt die ganze Familie zusammen. „Wir feiern gern“, meint Tochter Maria. Entweder im Gasthaus oder zu Hause bei Pripfls Elternhaus. Dieses wurde im Krieg zerstört. 21 Jahre dauerte es, bis er zurückkehrte und alles aufbaute.

Die lange Ehe war von viel Arbeit geprägt. Johann Pripfl war als Forstarbeiter tätig, seine Frau Maria kümmerte sich um Kinder, Haus und gemeinsam mit ihm um die Landwirtschaft. „Wir haben Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner gehabt“, erzählt er. In der wenigen Freizeit spielte das Paar gern Karten, „es waren täglich mehrere Bummerl“, meint Pripfl.
Nach der Übergabe der Landwirtschaft an Sohn Sepp im Jahr 1986, machten das Paar viele Ausflüge und reiste gern. Mit rund 50 Jahren sahen sie zum ersten Mal das Meer. „Wir haben beide nicht schwimmen können, sind aber trotzdem an Rand hineingegangen“, erinnert er sich. Auch in die Therme fuhren sie gern.

Mittlerweile reist das Paar nicht mehr, bei Maria Pripfl wurde vor ein paar Jahren Demenz diagnostiziert. „Sie erkennt uns noch, es gibt bessere und schlechte Tage“, sind sich die Töchter und der Vater einig. Zum Zeitpunkt des Interviews befand sich Maria gerade im Krankenhaus. Mittlerweile ist sie wieder entlassen und zu Hause bei ihrem Mann.
Größere Streits hätte es nicht gegeben. „Wenn wir mal anderer Meinung waren, haben wir einen Tag lang nicht miteinander geredet, am nächsten Tag dann aber wieder. Es war eine gute Ehe“, sagt er.