Zu betrunken für Malle: Staatsanwalt ermittelt gegen Polterrunde
Kärntner Polterrunde wollte nach Mallorca. Doch der Pilot nahm zwei alkoholisierte Männer nicht mit. Es kam es zu Festnahmen. Nun ermittelt die Anklagebehörde.

Der Polterabend war unvergesslich – aber im negativen Sinn: Eine achtköpfige Polterrunde aus Kärnten wollte Mitte August nach Mallorca fliegen. Doch bereits am Flughafen Klagenfurt war Endstation. Jetzt ist der Polterabend sogar ein Fall für die Justiz.
Warum? Der Pilot des Fluges hat damals zwei Männern aus der Gruppe die Mitnahme verweigert. Sie durften die Maschine Richtung „Malle“ nicht betreten, weil sie aus Sicht des Piloten zu stark alkoholisiert waren. Es kam zu heftigen Diskussionen mit dem Flugpersonal. So heftig, dass die Polizei ausrückte. Die beiden „Polterer“ sollen die Beamten dann beschimpft haben und mussten zur Klärung ihrer Identität auf die Polizeiinspektion Annabichl.
Der Rest der Gruppe verließ daraufhin ebenfalls das Flugzeug. Neuerlich musste die Polizei einschreiten. Es kam zu Handgreiflichkeiten mit den Polizisten. Einige der „Polterer“ wurden sogar vorübergehend festgenommen.
Wir ermitteln gegen vier Personen
— Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft
Doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte: Mittlerweile ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft in Sachen Polterabend. „Wir ermitteln gegen vier Personen“, sagt Markus Kitz, Sprecher der Anklagebehörde. Es geht um Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchte schwere Körperverletzung und schwere Körperverletzung, bestätigt er. Ein Polizist oder eine Polizistin soll verletzt worden sein. „Der Abschlussbericht wird aktuell geprüft und die zuständige Staatsanwältin entscheidet über die weitere Vorgangsweise“, sagt Kitz. Ob es zu einer Anklage, zu einer Verfahreneinstellung, einer Diversion oder zu weiteren Ermittlungen kommt, ist somit noch offen.
Die Polterrunde war uns schon im Wartebereich aufgefallen, die haben den gesamten Flughafen unterhalten
— Eine Zeugin
In dem Flugzeug von Klagenfurt nach Mallorca befanden sich damals auch viele Familien mit kleinen Kindern. Auf dem ohnehin verspäteten Flug, war es wegen der Polterrunde zu weiteren Verzögerungen gekommen. Um 1.15 Uhr landete die Maschine schließlich auf der Insel.
Eine Zeugin berichtet der Kleinen Zeitung: „Die Polterrunde war uns schon im Wartebereich aufgefallen, die hat laut gefeiert, gesungen und getrunken und den gesamten Flughafen unterhalten.“ Aber randaliert oder gepöbelt hätten die Polterrunden-Mitglieder nicht. In der Maschine selbst habe sie nur mitbekommen, dass plötzlich sechs Personen aufgesprungen und wieder ausgestiegen sind. Was sich dann vor dem Flugzeug mit der Polizei abgespielt habe, hätten sie und die Kinder nicht gesehen. Vielleicht besser so.