In Wolfsburg braucht es mutige Sturm Frauen
Grazerinnen sind am Mittwoch (19 Uhr) im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde im Europacup auswärts gegen Wolfsburg gefordert.
Am Montag fuhr die Delegation der Sturm Frauen nach Wien, am Dienstag ging es per Flugzeug nach Hannover und mit dem Bus weiter nach Wolfsburg. Die Anreise ist nicht so komfortabel wie bei den Männern, die per Charterflug reisen. „Das geht sich bei uns nicht aus, wir brauchen das Geld für gute Spielerinnen“, sagt Frauen-Sportdirektor Michael Erlitz mit Augenzwinkern. Die Anreise war nicht einfach, das heutige Hinspiel in der 2. Qualifikationsrunde des Europacups wird nicht einfacher.
Die Sturm Frauen gastieren um 19 Uhr im AOK-Stadion, der Heimstätte der Wolfsburger Frauen. Über die Favoritenrolle braucht es keine Diskussionen. „Wolfsburg ist das Maß aller Dinge im Frauenfußball, vergleichbar mit Real Madrid bei den Männern“, sagt Erlitz und führt weiter aus: „Wir brauchen von unserer Seite her ein gutes Spiel, damit wir mithalten können. Wir wollen uns ein gutes Ergebnis für das Rückspiel holen. Dafür müssen wir mutig auftreten.“

Das Motto „Wir können locker drauf losspielen, weil wir ohnehin nichts zu verlieren haben“ wurde aus dem Mindset gestrichen. „So etwas wollen wir nicht hören, das haben wir in unserer Analyse ganz klar angesprochen. Wir bereiten uns wie auf jedes andere Spiel vor und wollen gewinnen“, erklärt Erlitz die Herangehensweise. Gewinnen wurde in dieser Saison fast schon zur Gewohnheit. Neun Siege in zehn Spielen (Europacup, Liga, Cup) sind ein stattlicher Leistungsnachweis. Und beim 1:1 in der Liga gegen die Vienna wurde ein, nach Ansicht von Erlitz, „doppelt irreguläres Tor“ der Vienna gegeben.
Fünf Spiele in 16 Tagen
Die Sturm Frauen sind Spitzenreiter in der Liga und haben mit dem Einzug in die zweite Qualifikationsrunde im Europacup Geschichte geschrieben. Das massiv umgebaute Team hat sich schnell gefunden und glänzt mit guten Leistungen. „Wir haben zehn Spielerinnen abgegeben und fünf neu geholt“, erklärt Erlitz. Die Qualität wurde erhöht, die Kaderbreite reduziert. „Wir sind schlank aufgestellt. Deshalb hoffen wir, dass alle Spielerinnen fit bleiben“, sagt Erlitz. Denn innerhalb von 16 Tagen haben die Sturm Frauen fünf schwierige Spiele zu bestreiten. Mit einem 2:0-Sieg gegen Rapid ist man gut in den Block hineingestartet. Jetzt folgt das Auswärtsspiel gegen Wolfsburg, dann die Begegnung gegen Austria Wien, das Rückspiel gegen Wolfsburg und schließlich die Partie gegen St. Pölten.
Gesund, aber nicht spielfit ist Ruzica Krajinovic. Alle anderen brennen auf das heutige Spiel gegen Wolfsburg. Was die Sturm Frauen imstande sind zu leisten, zeigten sie in den beiden Spielen in der ersten Qualifikationsrunde gegen den FC Gintra. Gegen die Litauerinnen sind sie mit einem Gesamtscore von 7:4 weitergekommen.