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Familienbetrieb schreibt 50 Jahre Fahrrad-Geschichte in Klagenfurt

Vor mehr als fünf Jahrzehnten übernahm Jörg Beinl ein Fahrradfachgeschäft. Heute führt dessen Sohn Michael Beinl den Klagenfurter Betrieb und hat damit Kultstatus erreicht.

Michael Beinl führt den Fahrradfachbetrieb in zweiter Generation
© Thomas Hude
Michael Beinl führt den Fahrradfachbetrieb in zweiter Generation
Petra Eggerer
Redakteurin Regionalredaktion Klagenfurt

8000 Kilometer legt Michael Beinl jedes Jahr mit dem Fahrrad zurück. Egal, ob Sonnenschein oder Regen. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur eine schlechte Jacke“, merkt der Krumpendorfer scherzhaft an. Auch im Urlaub ist das Rad immer im Gepäck. Seine Euphorie nimmt Michael Beinl in seinen Job mit, er führt das gleichnamige Fachgeschäft in Klagenfurt in zweiter Generation und gilt damit als letzter „Dinosaurier“ in der Branche.

Die Leidenschaft für das Geschäft mit dem Drahtesel wurde ihm von seinem Vater Jörg weitergegeben. Letzterer hat im Jahr 1974 unter seiner Vertretertätigkeit für die Puchwerke einen Schlussstrich gesetzt und das Fahrradgeschäft Kaponig am Baumbachbachplatz übernommen. Schon bald platzte das Geschäft aus allen Nähten, acht Jahre später übersiedelte das Unternehmen an den heutigen Standort in der Siebenhügelstraße.

Zweirad Beinl

Adresse. Siebenhügelstraße 43, 9020 Klagenfurt

Telefon. 0463/21722

Öffnungszeiten. Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr

Dort lagern auf knapp 300 Quadratmetern durchschnittlich 250 bis 300 Fahrräder – vom gebrauchten und gecheckten Fahrrad zum Preis von 100 Euro bis hin zum qualitativ hochwertigen E-Bike für mehrere tausend Euro. „Dabei spielt es keine Rolle, welche Jahreszeit gerade ist“, erklärt Michael Beinl, der 2001 das unternehmerische Erbe seines Vaters antrat. „Es ist kein Saisongeschäft mehr, der Trend geht hin zum Ganzjahresrad“, weiß der Unternehmer aus Erfahrung. Auch der Trend zum Zweitrad sei spürbar. „Viele haben eines für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen und ein zweites für das Wochenende.“ Das Geschäft mit Mopeds hat Beinl bereits vor Jahren, mit dem Aufkommen der E-Bikes, aufgegeben: „Die Nachfrage war einfach nicht mehr da.“ Auch den Handel mit Bekleidung hat er im Laufe der Jahre aufgrund von Platznot eingestellt.

Ganze Generationen von Familien

Michael Beinl bietet die Hardware im Bereich Alltagsrad, Freizeit oder Sport an. Nur den Rennradbereich lässt er aus Platzgründen aus. Oberste Priorität hat bei „Zweirad Beinl“ die persönliche Beratung. „Wir begleiten ganze Generationen von Familien“, berichtet der Unternehmer zu Recht mit Stolz, der zu vielen seiner Kunden fast schon eine freundschaftliche Beziehung pflegt. Er selbst kümmert sich um die Beratung und den Verkauf, zwei Mitarbeiter sind für das Service verantwortlich. Diese können auf tausende Ersatzteile zurückgreifen, die fein säuberlich sortiert auf ihre Verwendung warten. „Wir kümmern uns auch um Retro- und Vintagefahrräder, wir haben für alles ein Teil“, weiß Michael Beinl, der täglich im Geschäft steht.

Die Zukunft des Familienbetriebes mit Kultstatus ist allerdings offen. Michael Beinl selbst will weitermachen, so lange er kann. Seine Söhne Matthias und Markus haben allerdings andere berufliche Wege eingeschlagen.