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Sturm, Hartberg und der GAK wollen in Zukunft mehr liefern

Wie sieht die sportliche Bilanz des steirischen Bundesliga-Trios nach sieben Runden aus? Für alle drei Klubs gilt: Der Auftakt war okay, aber es gibt noch viel Luft nach oben.

Oumar Diakite, Tobias Kainz, Alexander Hofleitner (von links)
© GEPA (3)
Oumar Diakite, Tobias Kainz, Alexander Hofleitner (von links)

Die ersten sieben Runden in der österreichischen Bundesliga sind gespielt. Die sportlich Verantwortlichen haben mittlerweile ein besseres Bild ihrer Mannschaften. Die Trainer können ihre Spieler nach dem ersten Meisterschaftsblock nun besser einordnen, wissen, was bereits gut funktioniert, woran es noch mangelt und ob die Zielsetzung für die Saison adaptiert werden soll oder muss. 

SK Sturm

Die Grazer haben abermals einen großen Umbruch hinter sich, der so nicht geplant war. Mit Jeyland Mitchell, Ryan Fosso, Emanuel Aiwu, Emir Karic, Maurice Malone, Matteo Bignetti, Jusuf Gazibegovic, Rory Wilson, Peter Kiedl, Amady Camara und Stefan Hierländer haben elf Spieler den Verein verlassen und stehen den Schwarz-Weißen nicht mehr zur Verfügung. 

Mit Luis Balbo, Petar Petrovic, Valmir Matoshi, Simon Seidl, Jürgen Heil und Ammar Helac wurden sechs Spieler neu verpflichtet. Nelson Weiper, Joshua Quarshie und Oumar Diakite – bei Letzterem mit Kaufoption – kamen als weitere drei Akteure auf Leihbasis. Einige Transfers konnten erst gegen Ende der Übertrittszeit abgewickelt werden.  Aufgrund der Verletzungen von Otar Kiteishvili und Filip Rozga ist zudem ein großer Teil der Kreativabteilung ausgefallen. Deshalb konnte die Grazer Mannschaft ihre beste Zusammenstellung bislang noch nicht finden. Daraus resultieren bereits vier sieglose Spiele der Grazer, darunter zwei Remis gegen die Nachzügler WSG Tirol und Austria Lustenau.„Unsere Primetime kommt erst“, sagte Trainer Fabio Ingolitsch. 

Diese Aussage könnte man als Warnung an die Konkurrenz interpretieren. Denn die Schwarz-Weißen haben bereits in ihrer bisherigen Findungsphase immer wieder ihre Leistungsstärke aufblitzen lassen. Stabilität benötigt viele Trainingseinheiten, damit Abläufe verinnerlicht und Automatismen entwickelt werden können. Diese werden aber im Laufe des Herbstes nicht mehr möglich sein, mit den Auftritten auf europäischer Bühne und im Cup hat der SK Sturm fast ausschließlich englische Wochen im Herbst.

Auch im Betreuerteam gibt es mit Christoph Zellner (Head of Performance) und Philipp Kaufmann (Head of Scouting and Recruitment) zwei neue Gesichter. Auch diese Veränderungen werden sich auf die zukünftige Arbeit auswirken. 

TSV Hartberg

Der alte und neue Trainer Markus Schopp hat seine dritte Amtszeit in der Oststeiermark ergebnistechnisch suboptimal begonnen. Drei Niederlagen in Serie ließen einige bereits daran zweifeln, ob die umgebaute Hartberger Mannschaft das Potenzial für die oberste Spielklasse besitzt. Mit Tom Ritzy Hülsmann, Jürgen Heil oder Elias Havel verließen viele Stützen den Klub. 

Schopp sah trotz der Niederlagen gute Momente, die seine Spieler auf dem Platz umgesetzt hatten. Die Ergebnisse hatten in den Analysen mit seinem Trainerteam nicht oberste Priorität. Im Fokus steht weiterhin die Entwicklung der einzelnen – oftmals noch jungen – Spieler und damit einhergehend die Entwicklung der Mannschaft. 

Das Team setzte den eingeschlagenen Weg fort, ließ sich weder beirren noch nervös machen und holte in weiterer Folge mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen die ersten Lorbeeren. Und das, obwohl einige Spieler verletzt und andere physisch noch nicht auf der Höhe waren. So zeigte beispielsweise Andrija Radulovic beim Unentschieden gegen den LASK bereits, auf welche Qualitäten sich die Oststeirer im Laufe der Saison freuen können. 

Es ist noch nicht alles Gold, was in Hartberg glänzt. Doch die Entscheidung – auch aus wirtschaftlichen Gründen – verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und Leihspieler zu setzen, trägt bereits Früchte. Die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern erhöht die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein. 
Das 3:3 gegen Doublesieger LASK war ein Achtungserfolg der Oststeirer, der wohl keine Eintagsfliege bleiben wird, sofern die Entwicklung stetig anhält. 

GAK

Die Schwierigkeiten bei den Rotjacken begannen bereits in der Vorbereitung. Die Transfers verliefen schleppend, weil man hinsichtlich des Österreicher-Topfs entsprechend handeln musste. Dann verlor man während der Übertrittszeit auch noch Sportdirektor Tino Wawra, der aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend die persönliche Stopptaste drücken musste. 

Chefscout Andreas Lienhart übernahm daraufhin die Agenden und damit auch die Verantwortung für die Transfers. Das Angebot von Trainer Ferdinand Feldhofer, sich bis auf Weiteres ebenfalls um die Spielerverpflichtungen zu kümmern, wurde nicht angenommen. Ein Schelm, wer Böses denkt – mit Blick auf die folgenden Wochen.  Feldhofer wurde nach der 0:8-Pleite in der dritten Runde auswärts gegen Rapid entlassen. Das Ergebnis war laut Präsident Rene Ziesler der Grund für die Kündigung Feldhofers und eines Teils seines Betreuerstabs. 

Feldhofers Ende war Gerald Scheiblehners Anfang beim GAK. Der Freund von Wawra hatte genug vom Blumengießen im eigenen Garten und unterschrieb nach intensiven Gesprächen bei den Athletikern. Bisher hat Scheiblehner keines seiner vier Spiele als GAK-Coach verloren – drei in der Liga und eines im Cup. Ob dies auch an den Last-Minute-Verpflichtungen der Routiniers Michael Sollbauer und Christopher Cvetko liegt, wird man wohl erst im Laufe der Saison beurteilen können. Alexander Hofleitner traf noch dazu in drei dieser vier Spiele. 

Scheiblehner wird die dreiwöchige Länderspielpause nutzen, um den Akteuren seine Spielidee näherzubringen. Nach der spielfreien Zeit bekommen es die Roten mit Salzburg und dem SK Sturm zu tun. Dann wird der GAK vermutlich noch stärker den Scheiblehner-Fußball zeigen.