Eisen-Klaus-Areal: Feldkirchen bekommt ein Primärversorgungszentrum
Der Konvent der Barmherzigen Brüder St. Veit übernimmt den Betrieb des künftigen Primärversorgungszentrums in Feldkirchen. Die Eröffnung ist für Oktober 2027 geplant.

Lange wurde spekuliert, wer wohl hinter dem neuen Primärversorgungszentrum (PVZ) in Feldkirchen stehen könnte. Nun ist die Katze aus dem Sack: Der Konvent der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan hat sich im Dezember 2025 im Zuge der Ausschreibung beworben und nach dem Jahreswechsel den Zuschlag erhalten. Die vertraglichen Abstimmungen sind weit fortgeschritten und befinden sich in der finalen Phase.
Entstehen soll das neue PVZ am ehemaligen Eisen-Klaus-Areal in der 10.-Oktober-Straße 1. Es soll auf rund 440 Quadratmetern realisiert werden, nach aktuellem Planungsstand ist die Eröffnung für Oktober 2027 vorgesehen. Voraussetzung dafür sind die noch laufenden finalen Entscheidungen und Vertragsabschlüsse sowie die anschließenden Behördenverfahren und die bauliche Umsetzung.
„Mit dem Primärversorgungszentrum bekommt Feldkirchen eine moderne und wohnortnahe Gesundheitsversorgung, die den Menschen rasch und unkompliziert medizinische und therapeutische Angebote unter einem Dach bietet. Mit den Barmherzigen Brüdern hat ein erfahrener Partner den Zuschlag erhalten. Damit kommen wir unserem Ziel, die Primärversorgung in Kärnten weiter auszubauen und langfristig abzusichern, wieder ein gutes Stück näher“, betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ). „Ein echter Gewinn sind vor allem auch die langen Öffnungszeiten – in diesem Fall 45 Wochenstunden.“
Augenmerkt auf Öffnungszeiten
Über das breite Angebot zeigt sich Michael Steiner, Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit, erfreut. „Das PVZ soll deutlich mehr bieten als eine klassische allgemeinmedizinische Ordination.“ Das Kernteam wird aus zwei Stellen für Allgemein- und Familienmedizin, zwei für diplomiertes Pflegepersonal und drei für Ordinationsassistenz bestehen. Durch Teilzeitmodelle wird es auch möglich sein, dass sich mehrere Personen diese Positionen teilen. Das erweiterte Team wird sich aus Fachkräften für Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie, Sozialarbeit und Diätologie zusammensetzen – auch eine Hebamme wird dazugehören.
Besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Öffnungszeiten. Geplant sind Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 7.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 21 Uhr sowie Samstag von 8 bis 12 Uhr. Damit stehen insgesamt 45 Öffnungsstunden pro Woche zur Verfügung. „Gerade die erweiterten Öffnungszeiten sind für uns ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Zwei Abendtermine bis 21 Uhr und der Samstagvormittag schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Menschen, die klassische Ordinationszeiten nur schwer wahrnehmen können“, so Steiner.
Wie viel konkret investiert wurde, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht genannt werden. „Der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) stellt auch für das PVZ Feldkirchen eine Anschubfinanzierung über 180.000 Euro bereit, zusätzlich konnten EU-Fördermittel lukriert werden“, informiert KGF-Geschäftsführer Gernot Melischnigg. Der laufende Betrieb wird gemeinsam von Sozialversicherung, Land Kärnten und KGF getragen.
„Das PVZ Feldkirchen ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der Primärversorgung in Kärnten. Entscheidend ist für uns, dass die Menschen ein breites medizinisches und therapeutisches Angebot an einem Standort vorfinden und dabei von einem multiprofessionellen Team betreut werden“, so die beiden Vorsitzenden des Landesstellenausschusses der ÖGK in Kärnten, Sylvia Gstättner und Georg Steiner.
Der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) sieht einen starken Ausbau der Primärversorgung in Kärnten vor und die Landes-Zielsteuerungskommission Gesundheit hat beschlossen, dass ab 2026 jährlich zwei neue Primärversorgungszentren (PVZ) von der ÖGK ausgeschrieben werden.