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Protest bei Mercedes: „Lassen uns nicht für dumm verkaufen“

Rund 20.000 Beschäftigte des deutschen Autobauers Mercedes protestieren in Deutschland gegen den geplanten Jobabbau und weitere finanziellen Einschnitte.

Mercedes-Flaggen
© AFP/Thomas Kienzle

Zahlreiche Beschäftigte des deutschen Autobauers Mercedes-Benz haben in Sindelfingen unter anderem gegen Jobabbau und weitere Einschnitte in ihrer Industrie protestiert. Die Gewerkschaft IG Metall sprach von über 20.000 Beschäftigten, Mercedes-Benz sprach von 20.000 Beschäftigten, die sich beteiligten. Die IG Metall hatte deutschlandweit zu einem Aktionstag aufgerufen.

Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali sagte, man wolle deutlich machen, dass man sich wehren könne. Wenn der Vorstand meine, er könne einen über den Tisch ziehen, dann werde man zeigen, dass man mit ihm nicht weitermache. Der Vorstand habe jeglichen Verstand für die Beschäftigten verloren, sagte Lümali.

Auch IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch wählte deutliche Worte in Richtung Arbeitgeberseite. Das Management habe sich zu lange ausgeruht und die Füße hochgelegt, während die Beschäftigten Schicht für Schicht abgeliefert hätten. „Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen“, sagte Resch. Und wer nicht hören wolle, müsse fühlen.

30.000 Mitarbeiter

Das Werk in Sindelfingen wurde 1915 gegründet, mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt der Autobauer eigenen Angaben zufolge am Standort. Unter anderem wird in Sindelfingen die S-Klasse produziert.

Im Südwesten sollten sich Gewerkschaftsangaben zufolge neben den Beschäftigten von Mercedes-Benz auch jene von Porsche, Bosch, Mahle oder Daimler Truck an verschiedenen Standorten beteiligen.

Ende der Friedenspflicht

Für die anstehende Tarifrunde in der deutschen Metall- und Elektroindustrie will die Gewerkschaft ihre Forderungen für Baden-Württemberg am 22. September beschließen. Die erste Verhandlung soll dann am 7. Oktober in Ludwigsburg stattfinden. Zum 31. Oktober laufen die Entgelttarifverträge aus. Dann endet auch die sogenannte Friedenspflicht; danach könnte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen.

Im Südwesten arbeiten Angaben der IG Metall zufolge derzeit rund 900.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Gerade in der Autoindustrie hatten die Unternehmen zuletzt mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen und mit Sparprogrammen reagiert.