Bertha von Suttner oder Bienenfresser? Banknoten-Umfrage endet
Montag ist der letzte Tag, an dem über die neuen Euro-Banknoten abgestimmt werden kann. Bereits neun Millionen Menschen gaben ihre Stimme ab.

Leonardo da Vinci oder Weißstorch, Beethoven oder Basstölpel? Die Umfrage zum Design der neuen Euro-Banknoten geht zu Ende. Nur noch am Montag, 21. September, können sich Europäerinnen und Europäer an einer Online-Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) beteiligen. Bis vor einer Woche haben das nach Angaben der Notenbank schon mehr als neun Millionen Menschen getan.
Es ist ein Abschlussbericht dazu geplant, und das Votum findet bei der endgültigen Entscheidung des EZB-Rates Berücksichtigung, die Ende 2026 fallen soll. Bis die neugestalteten Banknoten in Umlauf gebracht werden, wird es noch eine Weile dauern.
Kultur oder Flüsse und Vögel?
In einer Vorauswahl für die Motive hatte die EZB zwei Themen festgelegt. Für jedes liegen jeweils fünf Vorschläge zur Umsetzung vor:
„Europäische Kultur“: Auf der Vorderseite der Scheine sind berühmte Europäer wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci verewigt. Die Rückseiten zeigen etwa Darstellungen von Straßenkünstlern oder einem Sängerfest. Die österreichische Pazifistin Bertha von Suttner (“NIeder mit den Waffen“), die einst auf der 1000-Schilling-Banknote (von 1970) zu sehen war, ist für die 200-Euro-Note vorgesehen. Die Friedensnobelpreisträgerin ist auch auf der österreichischen 2-Euro-Münze zu sehen.

„Flüsse und Vögel“: Fokus ist in diesem Fall die „Widerstandskraft und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme Europas“. Unter anderem Eisvogel und Weißstorch kommen zu Ehren. Auf der Rückseite der Scheine werden europäische Institutionen abgebildet, zum Beispiel das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB.
Fälschung der Scheine soll noch schwerer werden
Die neuen Euro-Scheine sollen zudem zusätzliche Sicherheitsmerkmale enthalten, um Kriminellen das Herstellen von Falschgeld weiter zu erschweren. Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der Produktion verringern: Die Scheine sollen länger halten. Ein weiterer Aspekt: Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten besser erkennbar sein.
Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Jänner 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett. Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 Ländern der Europäischen Union.