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Haiti lieferte nach Präsidentenmord 18 Angeklagte an USA aus

Der Karibikstaat Haiti hat fünf Jahre nach der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse 18 mutmaßlich Beteiligte an die USA ausgeliefert. Dort soll ihnen im Bundesstaat Florida der Prozess gemacht werden. "Der heutige Tag markiert die nächste wichtige Phase in unserem Bestreben, die Verantwortlichen (...) zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte der zuständige US-Staatsanwalt Reding Quiñones auf der Plattform X.

In Haitis Hauptstadt haben mehrheitlich gewalttätige Banden das Sagen
© APA/AFP
In Haitis Hauptstadt haben mehrheitlich gewalttätige Banden das Sagen

Das Verfahren findet in Florida statt, da nach Erkenntnissen der Ermittler die Verschwörung, die hinter dem Attentat stand, zum Teil dort geplant wurde. Wie Quiñones mitteilte, wurden die Angeklagten in einem Militärflugzeug von Haiti nach Florida gebracht. Das haitianische Justizministerium bestätigte die Auslieferung.

Nähere Angaben dazu, wer die überführten Personen sind, machten die Behörden nicht. Lokale Medien berichten übereinstimmend, dass es sich um 17 kolumbianische Söldner und einen ehemaligen haitianischen Funktionär handle - wobei letzterer nicht an der Ermordung selbst, sondern als Drahtzieher im Hintergrund beteiligt gewesen sein soll.

Laut Quiñones sind insgesamt 30 Personen wegen des Attentats auf Moïse am 7. Juli 2021 angeklagt. Den Ermittlungen zufolge drangen damals rund 20 kolumbianische Söldner im Auftrag mehrerer Drahtzieher in die Präsidentenresidenz nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ein und töteten den bis heute letzten gewählten haitianischen Staatschef mit zwölf Schüssen.

Infolge der Bluttat verschärfte sich die zuvor schon prekäre Sicherheitslage in dem armen Inselstaat dramatisch. Inzwischen kontrollieren gewalttätige Banden mehr als 80 Prozent der Hauptstadt und terrorisieren die Bevölkerung.

Die US-Justiz geht davon aus, dass die Verschwörer Moïse ursprünglich entführen und als Staatschef ersetzen wollten. Es gab bereits mehrere Schuldsprüche. Zuletzt wurden im Mai dieses Jahres vier Männer wegen der Planung des Attentats verurteilt. Staatsanwalt Quiñones erklärte, die US-Justiz sei weiter fest entschlossen, "das dahinterstehende kriminelle Netzwerk weiter aufzudecken". Parallel findet auch eine juristische Aufarbeitung in Haiti statt, die jedoch ins Stocken geraten ist, wie das Justizministerium des Landes einräumte.