50 Jahre nach dem Erdbeben in Friaul wurde Schloss wiedereröffnet
Große Teile des Schlosses Colloredo di Monte Albano wurden beim Erdbeben zerstört. 26 Millionen Euro wurden binnen 14 Jahren in den Wiederaufbau investiert.
Das Castello Colloredo di Monte Albano in Friaul-Julisch Venetien wurde am Sonntag feierlich wiedereröffnet. Wie zigtausende weitere Gebäude wurde das Schloss beim schweren Erdbeben vor 50 Jahren zu einem großen Teil zerstört. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten konnte das Schloss jetzt wieder der Gemeinde übergeben werden. Insgesamt wurden in die Restaurierung 26 Millionen Euro investiert, 14 Jahre lang dauerten die Bauarbeiten.
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, mussten bei den Bauarbeiten, die sich über eine Fläche von mehr als 8000 Quadratmetern erstreckten, auch die Vorgaben der Denkmalschutzbehörde sowie erdbebensichere Bauvorschriften eingehalten werden. Der Bergfried wurde vollständig wiederaufgebaut und mit einer neuen Dachkonstruktion versehen. Der „Ala Nievo“ (Nievo-Flügel), mit dessen Restaurierung die Bauarbeiten ihren Abschluss finden, ist Teil eines Ensembles, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1302 zurückreichen.
Nachdem das Schloss bereits im Jahr 1511 durch Plünderung und Brandstiftung zerstört wurde, wurde es wieder aufgebaut und behielt bis zum Erdbeben 1976 seine damalige Bauart. Kulturelle Bedeutung erlangte das Castello Colloredo di Monte Albano als „Dichterschloss“ durch Ermes Colloredo, den Begründer der Literatur in friulischer Sprache, sowie Ippolito Nievo, einen der bedeutenden Schriftsteller des italienischen Risorgimento, berichtet die Region Friuli-Venezia Giulia. Unter Fürst Hieronymus von Colloredo, dem Erzbischof von Salzburg und einem Förderer Mozarts, avancierte das Schloss im 18. Jahrhundert zu einem bedeutenden Kunstzentrum. Das Schloss zeuge darüber hinaus von der Geschichte Friauls und dessen Bindungen an Österreich und den mitteleuropäischen Raum.
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Nun wollen die Regionsverantwortlichen das Schloss, das ab Montag wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wieder mit Leben erfüllen. Der Gemeinschaft von Colloredo di Monte Albano und der gesamten Region werde mit der Wiedereröffnung ein, „außergewöhnliches Symbol für das authentische und historische Friaul“ zurückgegeben, sagte der Präsident des Regionalrats von Friaul-Julisch Venetien, Mauro Bordin. Der Friauler Vizepräsident Mario Anzil sprach von einem „strahlenden Tag“, an dem der Bevölkerung ein Ort zurückgegeben werde, der für die friaulische Identität steht. Regionspräsident Massimiliano Fedriga erinnerte in seiner Festansprache einmal mehr an die „Menschen, die durch das Erdbeben ums Leben kamen, sowie an all jene, die dieser Region nach der Notsituation eine Lebens- und Zukunftsperspektive zurückgegeben haben.“ Dies zeuge von der „Fähigkeit der Friauler, zusammenzuhalten und in schwierigen Zeiten gemeinsam an einem Strang zu ziehen“.