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Dominic Thiem: „Für die Größe, die Österreich hat, stehen wir gut da“

Dominic Thiem sprach am Rande der MotoGP in Spielberg über die Entwicklung der heimischen Tennis-Szene und über die Faszination Motorsport.

Dominic Thiem ist bei der MotoGP in Spielberg zu Gast
© Richard Purgstaller
Dominic Thiem ist bei der MotoGP in Spielberg zu Gast

Das Angebot, sich auf eines der schnellen Zweiräder zu setzen und die Geschwindigkeit einer MotoGP-Maschine selbst zu erleben, das hat es gegeben. „Ich habe aber dankend abgelehnt“, sagt Thiem und lacht, „das trau’ ich mich nicht“. Im Rahmen des Grand Prix von Österreich zog es den ehemaligen Tennis-Profi nach Spielberg, um so passiv die Faszination Motorradsport einmal selbst zu erleben: Es gefalle ihm, andere Sportarten zu verfolgen, sagt der 33-Jährige, das gilt auch für den Motorsport: „Egal ob für die Formel 1, die ich schon einmal gesehen habe, oder jetzt die MotoGP. Live dabei zu sein, ist noch einmal etwas anderes. Es ist schon sehr beeindruckend, sie zu sehen, wie sie sich in die Kurven reinlegen.“

Passiv steht er auch nach wie vor oft auf dem Tennisplatz: Bei der Tennis-Akademie in Oberpullendorf beobachtet er die Profis von morgen – und steht mit Rat zur Seite. Etwa Tilo Behrmann, der kürzlich das Junioren-Halbfinale der US Open erreicht hat. „Er steht kurz vor dem Übergang in das Erwachsenentennis, das ist eine der wichtigsten Perioden überhaupt. Da kann ich ihn, denke ich, super unterstützen, weil ich genau das Gleiche durchgemacht habe. Wir haben ähnliche Karrieren, er ist aktuell die Nummer drei der Junioren-Weltrangliste – beim Umstieg kann ich ihm super helfen“, sagt Thiem. Wie oft er selbst zum Tennisschläger greift? „Nur noch sehr selten. Ich habe keine Lust und Zeit auch nicht“, sagt er.

Lilli Tagger hat ihren Zenit noch nicht erreicht.

— Dominic Thiem

Auch außerhalb der Akademie verfolgt er das rot-weiß-rote Tennis mit Argusaugen. Dass sich das Davis-Cup-Team zum zweiten Mal in Folge für das Finalturnier qualifizieren konnte, ist für ihn „eine Top-Leistung, die nicht zufällig passiert.“ Und auch im Einzel gibt es mehr als nur Hoffnungsschimmer: „Mit Lilli Tagger gibts eine Spielerin, die alles überstrahlt. Ich glaub’, dass sie zeitnah weit vorne stehen wird. Und auch Tilo, das ist eine sensationelle Leistung, ich hoffe, dass seine Entwicklung so weitergeht. Für die Größe, die Österreich hat, stehen wir gut da“, sagt Thiem.

Nicht nur der Tennis-Szene hat sich der US-Open-Sieger des Jahres 2020 verschrieben, sondern auch dem Fußball – und das sogar aktiv. Er kickt für den Badener AC in der vorletzten Klasse Niederösterreichs. „Wir haben eine coole Truppe, ein paar kenne ich schon von früher. Ich war immer Einzelspieler. Du bist Teil von dem Ganzen und kannst selbst nicht eingreifen, du bekommst alles ganz anders mit. Früher war ich selbst für alles verantwortlich. Das ist jetzt ganz anders.“