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Trumps großer Grönland-Traum – und was davon übrig bleibt

Donald Trump verkauft den Grönland-Deal als historischen Erfolg. Doch bei genauerem Hinsehen bekommt Washington offenbar vieles, was es ohnehin schon hätte haben können.

Wie sind die Aussichten für Grönland?
© AP/Felipe Dana
Wie sind die Aussichten für Grönland?
Maria Schaunitzer
Außenpolitik und International

US-Präsident Donald Trump ist kein Mann der kleinen Gesten. Im Gegenteil: Selten spart er mit Superlativen. Auch diesmal nicht. Zum vermeintlichen Deal der USA mit Dänemark und Grönland meinte er überschwänglich: „Damit geht für die Vereinigten Staaten von Amerika ein Traum in Erfüllung.“

Noch ist unklar, was genau der Traum ist, von dem Trump spricht. Doch derzeit sieht es so aus, als könnten viele der Dinge, die Trump jetzt als Erfolg verkauft, von Washington auch ohne die monatelange Konfrontation erreicht werden. Eine stärkere US-Militärpräsenz wäre ohnehin mit den bestehenden Vereinbarungen möglich gewesen. Ein Abkommen mit Dänemark aus dem Jahr 1951 gewährt den Amerikanern weitreichende Freiheiten beim Betrieb von Militärbasen in Grönland. Der neue Deal habe jedoch kein Ablaufdatum, betonte Trump. Doch auch das gilt für den alten Pakt.

Das hätte man ohnehin haben können

Was im Abkommen aus den frühen 1950er-Jahren tatsächlich fehlt, ist ein Passus, der ausdrücklich verhindert, dass andere Mächte wie China oder Russland Militärstützpunkte auf Grönland errichten. Faktisch wäre ein solcher Schritt allerdings ohnehin schwer vorstellbar gewesen.

Der tatsächliche Gewinn für die USA könnte also kleiner sein, als Trumps Rhetorik wieder einmal vermuten lässt. Aber Erfolge kann er gerade gut gebrauchen. Stehen doch die Midterms bevor, die für Trumps Republikaner wenig erfolgversprechend zu werden drohen. Auch der Iran-Krieg und seine Folgen entwickeln sich zunehmend zum Desaster.

Wie auch immer das Abkommen tatsächlich ausfällt: Trump hat es nicht geschafft, sich Grönland zu „holen“, wie er großmäulig angekündigt hatte. Stattdessen hat er mit seiner Rhetorik und seinen Drohungen die NATO in ihren Grundfesten erschüttert und das Vertrauen vieler Verbündeter nachhaltig beschädigt.