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80 Millionen Euro: Neue Förderung für Halbleiter-Technologien

Im Zuge der Industriestrategie werden auch die Förderschienen des Bundes stärker auf Schlüsselbereiche wie Halbleitertechnologie ausgerichtet. Gerade wurde eine neue Förderung gestartet.

© IMAGO/Dirk Waem

Mit der österreichischen Industriestrategie wird auf definierte Schlüsseltechnologien ein besonderer Fokus gelegt. Das spiegelt sich auch in der neuen Ausrichtung der Wirtschaftsagenturen des Bundes wider – und damit auch in den Förderschwerpunkten. Eines dieser Felder ist Mikroelektronik, die in Südösterreich, also in Kärnten und der Steiermark, besonderes Gewicht hat. Für den Bereich fortschrittlicher Halbleitertechnologien wurde nun eine neue Förderschiene etabliert. Konkret geht es um „ICPE AST“ – hinter dem etwas sperrigen Kürzel (steht für: „Important Project of Common European Interest on Advanced Semiconductor Technology“) verbirgt sich die Beteiligung Österreichs an dem europäischen Zukunftsprojekt, wie man im Wirtschaftsministerium betont.

Ziel sei es, „technologische Souveränität, Innovationskraft und industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Europa und am Standort Österreich nachhaltig zu stärken“. Dafür werden ab 2027 rund 80 Millionen Euro an Fördermitteln für heimische Schlüsselprojekte im Halbleiter-Bereich zur Verfügung gestellt. Man wolle ein „Ausrufezeichen für mehr Wachstum, mehr technologische Unabhängigkeit und zukunftssichere Arbeitsplätze in der österreichischen Halbleiterindustrie“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. „Mit dem IPCEI AST schaffen wir die Möglichkeit, österreichische Unternehmen in diesem Technologiefeld gezielt zu unterstützen und ihre Einbindung in europäische Wertschöpfungsketten zu stärken“, so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

Henrietta Egerth und Wolfgang Hattmannsdorfer
© BMWET
Henrietta Egerth und Wolfgang Hattmannsdorfer

„Das Öl der technologischen Transformation“

Hattmannsdorfer: „Halbleiter sind das Öl der technologischen Transformation. Egal ob KI, Erneuerbare und Energieeffizienz, E-Mobilität, Autonomes Fahren oder Verteidigungsindustrie. Der Chip-Bedarf steigt enorm.“

„Im Rahmen des nationalen Auswahlverfahrens sind heimische Unternehmen eingeladen, innovative Projektideen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette einzureichen. Der thematische Fokus liegt unter anderem auf fortgeschrittenen Chip-Designs, KI-fähigen Halbleitern, photonischen Technologien, Leistungselektronik, Sensorik sowie neuen Fertigungs- und Integrationstechnologien“, wird betont. Es gehe darum, „eine für Österreich und Europa strategisch entscheidende Technologie zu stärken und als Standort unabhängiger und resilienter zu werden. Europa muss global wichtige Lieferkettenknotenpunkte besetzen, um selbst geopolitischen Einfluss zu bewahren“.

„Mit der Teilnahme an einem weiteren IPCEI im Bereich Mikroelektronik setzt Österreich konsequent auf ein bestehendes Stärkefeld, und trägt wesentlich dazu bei, Forschung und Technologieunternehmen am Standort in strategisch wichtigen Wertschöpfungsketten zu positionieren und hochwertige Arbeitsplätze zu sichern“, betont Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV).

Zum Förderprogramm

Insgesamt stehen rund 80 Millionen Euro aus den Mitteln des Wirtschaftsministeriums zur Verfügung. Die Förderobergrenze je Projekt liegt bei 20 Millionen Euro.

Die Vergabe erfolgt in einem zweistufigen Modell: Der gerade angelaufene nationale Call dient laut Angaben des Ministeriums dazu, eine Projektvorauswahl zu treffen und so jene Projekte zu ermitteln, die in den Genuss einer Förderung kommen können. „Die Anträge treten im Wettbewerb zueinander an, die Reihung erfolgt durch unabhängige Gutachterinnen und Gutachter“, wird erklärt.

Die finale Mittelvergabe (2. Stufe) erfolgt in einem finalen Fördercall Anfang 2027.

Details gibt’s online auf der Website der FFG unter: https://www.ffg.at/IPCEI-AST-1