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Mann starb nach Polizeieinsatz in Laibach: „Bitte, ich bekomme keine Luft“

Nach einem Polizeieinsatz in Laibach starb ein 37-Jähriger nach Würgegriff. Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfe laufen.

Mann starb nach Polizeieinsatz in Laibach (Symbolfoto)
© IMAGO / Xjarreterax Via Imago-images.de
Mann starb nach Polizeieinsatz in Laibach (Symbolfoto)

„Ich werde sterben, bitte, ich bekomme keine Luft.“ Das ist auf einem Video einer Bodycam eines Polizisten zu hören. Es waren einige der letzten Worte, die ein 37-jähriger Mann noch von sich geben konnte, bevor er sein Bewusstsein verlor und drei Tage später im Krankenhaus in Ljubljana (Laibach) in Slowenien starb.

Die Videoaufnahmen dokumentieren einen Polizeieinsatz am 8. Dezember im letzten Jahr. Die Polizei wurde gerufen, weil der 37-Jährige vor einem Lokal in der Innenstadt randalierte und ohne ersichtlichen Grund auf einen niederländischen Staatsbürger einschlug. Nachdem der Mann sich auch nach dem Eintreffen der Polizei aggressiv verhielt und Widerstand leistete, wandten die Beamten Zwangsmittel an.

Sechs Minuten gewürgt

Minutenlang soll ein Polizist den Mann im Würgegriff gehalten haben, fünf andere Polizisten sahen tatenlos zu, lautet der Vorwurf des Bruders des Verstorbenen. „Ihm wurde sechs Minuten lang die Luft abgeschnürt, während sein Kopf auf den Boden gepresst wurde", sagt der Bruder gegenüber 24ur.com. Die Obduktion habe erwiesen, dass sein Bruder einem Hirntod erlegen sei. Die Hinterbliebenen des Mannes – er war Vater von sechs minderjährigen Kindern – sind überzeugt, dass die Polizisten rechtswidrig gehandelt und unverhältnismäßige Gewalt angewendet haben. „Dass die Polizei anrückt und Zwangsmittel anwenden musste, das ist normal und das befürworte ich. Was ich aber nicht akzeptieren kann, dass jemand dabei auf offener Straße getötet wird und es anschließend vertuscht wird“, so der Bruder.

Innenministerium

Nach den öffentlichen Vorwürfen der Familie untersuchte auch das Innenministerium den Fall und kam nach etwa zwei Monaten zum Schluss, dass „die Beamten der Polizeidirektion Ljubljana einen professionellen Würgegriff unsachgemäß angewandt haben – und zwar bei einer Person, die bereits unter Kontrolle war - und es versäumt haben, rechtzeitig Erste Hilfe zu leisten, noch bevor die Rettungskräfte eintrafen.“ Nun teilte auch die Staatsanwaltschaft mit, dass Ermittlungen laufen und gegen die sechs Polizeibeamten Anklage erhoben wird. Einem Beamten wird fahrlässige Tötung, fünf Polizisten unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Weiter im Dienst

Die Reaktion der Polizeidirektion Ljubljana ist indes noch sehr zurückhaltend. Alle Beamten sollen noch im Dienst sein. Die Polizei habe alle verfügbaren Unterlagen der Staatsanwaltschaft übermittelt, noch seien die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aber nicht abgeschlossen. Interne sicherheitsrelevante Verfahren seien am Laufen, Ergebnisse daraus würden aber noch von den Erkenntnissen aus der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft abhängig gemacht werden.

Bekannt wurde indes, dass der Anwalt des hauptbeschuldigten Polizisten einen Antrag gestellt hatte, dass das Video als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen werden soll. Wann Anklage erhoben wird, ist noch nicht bekannt. Für die sechs Polizeibeamten gilt die Unschuldsvermutung.

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