Malaria in Frankfurt: Behörde warnt vor gefährlicher Tropenkrankheit
Malaria-Furcht in Frankfurt/Main! Nachdem im Juli mehrere Mitarbeiter des Flughafens an der Infektion erkrankt waren, haben sich jetzt auch zwei Personen angesteckt, die keinen Kontakt zum Airport hatten.

Zwei Personen aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim sind an Malaria erkrankt, obwohl sie nach Angaben des Gesundheitsamtes weder am Flughafen Frankfurt arbeiten noch zuvor in einem Malaria-Gebiet waren. Bei beiden wurde der gefährliche Erreger Plasmodium falciparum nachgewiesen. Wie es zu den Infektionen kam, ist bislang Gegenstand der Untersuchungen.
Für die beiden Betroffenen bedeutet die Erkrankung eine ernsthafte gesundheitliche Belastung. Eine Infektion mit Plasmodium falciparum, dem Erreger der sogenannten Malaria tropica, kann sich schnell verschlimmern und unbehandelt lebensbedrohlich werden. Möglich sind unter anderem hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen und ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Bei schweren Verläufen können Organe geschädigt werden. Über den aktuellen Gesundheitszustand der beiden in Schwanheim erkrankten Personen machte das Gesundheitsamt zunächst keine weiteren Angaben.
Schwere Verläufe sind möglich
Besonders problematisch ist, dass sich Malaria zunächst nicht immer eindeutig von einer gewöhnlichen fieberhaften Erkrankung unterscheiden lässt. Nach einer Infektion vermehren sich die Parasiten zunächst in der Leber und anschließend in den roten Blutkörperchen. Bei Plasmodium falciparum kann die Zahl der Erreger im Blut rasch ansteigen.
Unbehandelt können schwere Komplikationen wie Bewusstseinsstörungen, Blutarmut, Nierenversagen oder Kreislaufprobleme auftreten. Deshalb ist bei einer bestätigten Malaria eine schnelle medizinische Behandlung entscheidend.
Woher die Infektion stammt, ist unklar
Besonders ungewöhnlich sind die beiden Fälle, weil sich die Erkrankten nach Behördenangaben zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet aufgehalten hatten. Auch eine Tätigkeit am Flughafen scheidet bei ihnen als unmittelbarer gemeinsamer Faktor aus.
Seit Juli sind bereits sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens, allesamt aus der Gepäckabfertigung, an Malaria erkrankt. Zwei starben. Die Behörden vermuten, dass infizierte Stechmücken aus tropischen Regionen mit Flugzeugen nach Frankfurt gelangt sein könnten.
In diesem Zusammenhang wird auch die sogenannte „Gepäckmalaria“ als mögliche Erklärung untersucht: Eine Mücke könnte demnach in Gepäck oder einem anderen Transportgut mitgereist sein und später einen Menschen gestochen haben.
Gesundheitsamt untersucht Mücken
Um herauszufinden, ob sich in der Umgebung tatsächlich entsprechende Mücken befinden, wurden Fallen am Flughafen und rund um die Wohnorte der beiden neuen Erkrankten aufgestellt. Die gefangenen Insekten sollen anschließend in einem Tropeninstitut in Belgien untersucht werden.
Die Behörden betonen gleichzeitig, dass die Gefahr einer Malaria-Übertragung in Frankfurt weiterhin als gering eingeschätzt wird. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland seien für den Entwicklungszyklus von Mücke und Malariaerreger grundsätzlich ungünstig.
Schutz vor Mücken empfohlen
Trotz des insgesamt geringen Risikos empfiehlt das Gesundheitsamt den Menschen in der betroffenen Region, sich vor Mückenstichen zu schützen. Dazu gehören lange, möglichst bedeckende Kleidung und geeignete Insektenschutzmittel. Auch Fliegengitter an Fenstern können helfen.