Delta-Pilot: „Für Kärntner gibt es zu wenige Flugverbindungen“
Wahl-Klagenfurter und Pilot Christof Ramputh fliegt für US-amerikanische Fluggesellschaft Delta. Er hat 130 Länder bereist – und sieht bei der Fluganbindung Kärntens Nachholbedarf.

Rund 18.000 Flugstunden, mehr als 130 bereiste Länder und eine Karriere vom Fluglehrer bis zum Piloten bei Delta Airlines: Christof Ramputh hat einen Großteil seines Lebens im Cockpit verbracht. Seinen Anker hat der 61-Jährige dennoch in Klagenfurt gefunden.
Seit rund 35 Jahren ist der gebürtige Osttiroler als Pilot unterwegs, seit 30 Jahren als Kapitän. „Mein Reichtum ist die Lebenserfahrung mit den Menschen von überall auf der Welt“, sagt er. Die Begeisterung fürs Fliegen begann früh. Als Kind lebte Ramputh mit seiner Familie einige Zeit in Kanada und saß regelmäßig im Flugzeug, um seine Großeltern in Österreich zu besuchen. Schon als Jugendlicher stand für ihn fest, dass er später selbst ins Cockpit will.
Lieblingsdestinationen Japan, Korea, Thailand und Neuseeland
Einfach war der Weg dorthin nicht. Als junger Mann wanderte er in die USA aus und baute sich dort seine Karriere auf. Neben dem Jobben nahm er am Wochenende teure Flugstunden. „Ich musste mich durchkämpfen und es gab immer wieder Rückschläge, etwa während der Weltwirtschaftskrise 2008, als ich meine Stelle verloren habe. Das Fliegen ist meine Berufung.“
Seine ersten beruflichen Jahre verbrachte er als Fluglehrer in Florida. Später steuerte der 61-Jährige Fracht-, Privat- und Passagiermaschinen rund um den Globus. Unter anderem war er Kapitän bei Qatar Airways. Seit 2023 fliegt er die Maschinen Boeing 757 und 767 für Delta Airlines. Nach seinen Lieblingsdestinationen gefragt, nennt er Japan, Korea, Thailand und Neuseeland. Wichtiger als einzelne Orte seien aber die Begegnungen gewesen. Freundschaften auf der ganzen Welt und die Kameradschaft unter Piloten seien für ihn das größte Privileg seines Berufs.
Nachholbedarf in Kärnten
Seit rund 20 Jahren pendelt Ramputh zwischen seinen beruflichen Einsätzen und Klagenfurt, wo er mit seiner Frau lebt. Rund die Hälfte des Monats verbringt er im Ausland, die andere Hälfte hier: „Ich habe über 130 Länder gesehen und könnte überall auf der Welt leben, aber mein Zuhause ist Kärnten.“ Bei der Fluganbindung Kärntens sieht er allerdings Nachholbedarf. „Für die Kärntner selbst gibt es zu wenig Verbindungen“, kritisiert er. Gerade für den Wirtschaftsstandort seien regelmäßige internationale Anschlüsse entscheidend.
Ramputh hat erlebt, wie sich sein Beruf grundlegend verändert hat. Früher habe der Pilot mehr Verantwortung gehabt, heute sei er zunehmend nur mehr „System-Manager“. Die Digitalisierung und Automatisierung hätten längst Einzug ins Cockpit gehalten, künftig werde auch künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen. Ramputh ist überzeugt, noch die „goldene Ära“ der Fliegerei erlebt zu haben.
In drei Jahren erreicht Ramputh die Altersgrenze für Linienpiloten. Danach sollen Jüngere das Steuer übernehmen. Langweilig dürfte dem Wahlkärntner nicht werden: Wandern, Radfahren und Skifahren gehören zu seinen Leidenschaften.