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68-Jähriger starb in Friaul kurz nach Gelsenstich mit West-Nil-Virus

Der Mann aus Pasiano verstarb wenige Tage nach dem Mückenstich. Sein ganzer Heimatort wurde daraufhin desinfiziert.

Das West-Nil-Fieber wird durch Mücken übertragen, tödlich endet die Infektion nur in den seltensten Fällen
© APA / Patrick Pleul
Das West-Nil-Fieber wird durch Mücken übertragen, tödlich endet die Infektion nur in den seltensten Fällen
Stephan Schild

Wenige Tage nach einem Mückenstich ist in Friaul-Julisch Venetien ein Mann an den Folgen des West-Nil-Fiebers gestorben. „Wir wissen nicht, wo sich mein Vater angesteckt haben könnte. Er war eigentlich immer Zuhause. Vorige Woche sah er sich ein Spiel am Fußballplatz in Corva bei Azzano an, anschließend war er wieder daheim in Pasiano, wo er auch am Fußballplatz vorbeischaute“, erzählte der Sohn des Verstorbenen, der italienischen Tageszeitung „Il Gazzettino“. Wenige Stunden nach diesem Ausflug habe sein Vater plötzlich hohes Fieber gehabt. Der 68-Jährige wurde in das Krankenhaus von Pordenone eingeliefert. Dort starb er vier Tage später.

Die Sanitätsbehörde hat mittlerweile den Verdacht bestätigt, dass der Tod durch das Virus hervorgerufen wurde. „Ich bedaure den Todesfall sehr und spreche den Angehörigen mein herzliches Beileid aus. Als Behörde haben wir Larvizid-Tabletten kostenlos über unsere Apotheke ausgeben lassen. Wir haben viel Grün in der Umgebung und viele Wasserläufe. Es ist ja leider nicht der erste Fall bei uns in Pasiano“, zitierte „Il Gazzettino“ Marta Amadio, die Bürgermeisterin des Ortes.

Der Ort selbst wurde nun großflächig desinfiziert. Die Menschen mussten dafür in den Häusern bleiben, die Türen und Fenster geschlossen halten, die Gemüse- und Obstpflanzen sowie die Kinderspielsachen wegräumen oder zumindest abdecken.

Sechs Fälle in Österreich

Das West-Nil-Virus wurde mittlerweile auch in Österreich in mehreren Fällen nachgewiesen. Im Jahr 2008 wurde es erstmals im Tierbereich und 2015 erstmals beim Menschen gemeldet. Laut der Gesundheitsbehörde „Ages“ gab es heuer in Österreich bislang sechs Meldungen von West-Nil-Infektionen bei Menschen. Davon war ein Fall „importiert“. Weiters gab es 13 Meldungen, die Wildvögel betrafen, und ebenfalls drei bei Pferden. Bekannter Überträger des Virus sind Gelsen. Fälle wie jener des Italieners, der am Virus verstarb, sind jedoch äußerst selten.