Nach dem turbulenten Finale nimmt UBI Graz den Titel in das Visier
UBI Graz geht mit Cheftrainerin Theresa Petricevic und vielen jungen Kräften in die im Oktober beginnende Basketball-Saison.
Der Endspurt der letzten Saison gehört wohl zu den turbulenteren Phasen, durch die UBI Graz in seiner Klubgeschichte durch musste: Aufgrund eines nicht angemessenen Verhaltens trennte sich der Frauen-Basketball-Klub von seinem Trainer. Mit Theresa Petricevic übernahm ein Klub-Urgestein das Traineramt knapp vor Beginn der Play-offs und damit zu einem wohl denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im Finale war gegen Dauerrivale Klosterneuburg kein Kraut gewachsen. Das ist der Grund, warum Petricevic vor dem Beginn der neuen Spielzeit von einer „offenen Rechnung“ spricht – und von hohen Zielen: „Wir wollen den Meistertitel gewinnen.“
Die Zeit war definitiv eine herausfordernde, sagt die 37-Jährige. Das Team in einer so schwierigen Phase zu übernehmen und Baustellen aufzuarbeiten, war schwierig. Aus heutiger Sicht nimmt sie das Positive mit. Denn als Team sei man gewachsen, erklärt sie: „Es hat nicht für den Titel gereicht. Aber diese Erfahrung hat uns zusammengeschweißt – und jetzt haben wir ein Ziel, an dem wir arbeiten wollen.“
Damit ist Petricevic nun erstmals offiziell Cheftrainerin. Sie ist seit seiner Gründung im Jahr 2010 Teil des Vereines, baute die Nachwuchsarbeit federführend auf und war 2018 die erste angestellte Basketball-Trainerin im Klub. Als interimistische Trainerin war sie schon mehrfach gefragt, nun ist sie keine Übergangslösung mehr. Dass sie den Grazer Basketball-Nachwuchs wie keine Zweite kennt, ist der aktuellen Situation dienlich: Nach den Abgängen von Simone Schwarzinger und Janet Oriakhi setzt der Klub auf Basketballerinnen, die (zum Teil deutlich) jünger als 20 Jahre sind. „Unser Ziel ist es, den Nachwuchs nachhaltig zu integrieren. All jene, die jetzt hochkommen, kenne ich seit klein auf – ihnen können wir nun eine größere Rolle geben.“
Liga nach vielen Rochaden wohl ausgeglichener
Die Saison beginnt Ende September mit Spielen in der europäischen WABA-Liga, die heimische Superliga eröffnet UBI Graz am 4. Oktober bei den Basket Flames in Wien. Ab diesem Tag wird es spannend zu beobachten sein, wie das neue Kräfteverhältnis in der Frauen-Basketball-Superliga ist: Ligakrösus Klosterneuburg hat viele Schlüsselspielerinnen abgegeben, die Ex-Internationale Sigi Koizar etwa an die Vienna Timberwolves – dafür spielt die ehemalige und Österreichs bislang einzige WNBA-Basketballerin, Inga Orekhova, bei den „Duchess“. „Klosterneuburg bleibt Klosterneuburg. Sie sind aber vielleicht angreifbarer als bislang. Ansonsten gab es viele Rochaden, die Liga wird, denke ich, sehr ausgeglichen sein“, sagt Petricevic.