Hermagorer Unternehmer eröffnet Radgeschäft in Italien
Sport Sölle gibt es seit Juli auch in Pontebba. Das Geschäft bietet eine breite Palette an Fahrrädern, Zubehör, Ersatzteilen, Reparaturen und Bekleidung an.

Der Hermagorer Christian Sölle betreibt in Tröpolach und am Nassfeld Sportartikelgeschäfte mit Online-Versand. Nun hat er seine Fühler über die Staatsgrenze in das benachbarte Pontebba ausgestreckt und Anfang Juli ein Rad-Geschäft mit Verleih eröffnet. Angeboten wird eine breite Palette an Bikes mit entsprechendem Zubehör, dazu Ersatzteile, Reparaturen und Bekleidung. „Die Italiener interessieren sich für ganz spezielle Radtypen“, weiß er mittlerweile. „Sie wollen Räder eher für die Straße, Bike-Touren in die Berge sind nicht unbedingt ihre Sache.“ Das neu adaptierte Lokal liegt an der Piazza Dante und direkt am Alpe-Adria-Radweg. Sölles mehrsprachiger Geschäftsleiter Florian Klopotan ist Radtechniker, der zur Freude betroffener Biker kleine technische Wehwehchen gleich in der Werkstätte behandelt.
Während der Reparatur können sich die Biker am Hauptplatz einen Cappuccino gönnen, gleich drei Cafés laden dazu ein. „Zu tun ist genug“, sagt der aus Maribor stammende Radtechniker, der sich bisher im Winter am Nassfeld als Skilehrer betätigte. Sölle möchte den Radverleih mehr gewichten und hier maßgeschneiderte Angebote auch für die Nassfeld-Hotels schneidern. Bei schlechterem Wetter ist es am Pass eher ungemütlich und Outdoor-Aktivitäten nur sehr eingeschränkt möglich. „Im Kanaltal hingegen kann man zumeist uneingeschränkt Rad fahren“, weiß Sölle. Er denkt an einen Shuttle-Dienst, der Gäste vom Berg nach Pontebba bringt. „Dazu gibt es auch Gespräche mit der Gemeinde Pontebba, allerdings ist dort die Tourismusschiene noch sehr ausbaufähig“, sagt Sölle. Noch überlegt er, am Ende der Radsaison im Laden die Bikes gegen Leihskier und Sportausrüstung auszutauschen.

Geschäftsschließung im Winter
Die Situation in Pontebba spreche derzeit, so der Unternehmer, eher für eine Winterschließung des Geschäftes. Der Grund: Seit Wochen sind die Hotel- und Apartmentbetten in und rund um Pontebba von Arbeitern, die auf einigen größeren Baustellen im Kanaltal eingesetzt sind, voll ausgebucht. „An dieser Situation wird sich die nächsten Monate wenig ändern“, vermutet Sölle. „Die durchwegs aus Italiens Süden kommenden Arbeiter brauchen keine Leihski, und Gäste sind wahrscheinlich rar.“ In Pontebba sieht man diese Offensive von ihm positiv. Von mehreren Seiten wurde betont, dass die verstärkte Einbeziehung des Ortes in die Tourismusregion Nassfeld-Hermagor gut und richtig sei.