Wichtiger Lückenschluss für Radverkehr im Lienzer Talboden
Das Projekt „Alltagsradwege“ nimmt wieder Fahrt auf. Zwischen den Gemeinden Dölsach und Nußdorf-Debant konnte nun eine Gefahrenstelle beseitigt werden.

Radfahren im Bezirk Lienz boomt. Nicht nur sportlich gesehen, wenn die Menschen es dem Osttiroler Radhelden Felix Gall gleichtun. Auch im Alltagsverkehr satteln die Bewohnerinnen und Bewohner rund um Lienz gerne den Drahtesel. An vielen Stellen ist das Radeln aber noch immer kein Vergnügen, wie zuletzt im Jahr 2025 eine Online-Befragung des Verkehrsclubs Österreichs (VCÖ) zeigte. Rund 150 Meldungen zu „Problemstellen beim Radfahren“ kamen im Lienzer Talboden zusammen.
Umso erfreulicher, dass dem für das Gebiet zuständigen Planungsverband 36 (PV36) nun ein wichtiger Lückenschluss geglückt ist. Die Obere Debantbachbrücke erstrahlt im frischen Glanz, hat jetzt einen kombinierten Rad- und Fußweg. Per se geht es dabei nur um wenige Meter am nördlichen Rand der B 107a zwischen der Abzweigung Stribach in der Gemeinde Dölsach sowie der Gemeindestraße Alt-Debant in Nußdorf-Debant. Über Gemeindestraßen und bestehende Radwege ist nun aber eine deutlich sichere Fahrt von Dölsach über Debant nach Lienz möglich. Dafür wurde der Randbalken der Brücke von bisher 1,40 auf 3,60 Meter verbreitert.
Gefördert von Bund und Land
Das Projekt wurde zusammen mit dem Land Tirol ausgearbeitet und zum größten Teil über Fördermittel des Bundes und des Landes finanziert. Um die Wichtigkeit zu unterstreichen, war Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) am Mittwoch bei der feierlichen Eröffnung anwesend. „Ein attraktives Alltagsradwegenetz lebt von sicheren und durchgängigen Verbindungen. Solche Projekte zeigen, was durch die gute Zusammenarbeit von Gemeinden, Planungsverband und Land möglich ist“, so Wohlgemuth, der auch Tiroler Radwegereferent ist.

Zwei Fliegen mit einer Klappe
„Unser gemeinsames Ziel ist es, den Menschen im Lienzer Talboden attraktive und sichere Möglichkeiten zu bieten, ihre Arbeits- und Ausbildungsplätze mit dem Fahrrad zu erreichen“, betont Markus Stotter (ÖVP), amtierender Bundesratspräsident und Obmann des PV36. Auch die Anknüpfung an die Bezirkshauptstadt hebt er hervor: „Gleichzeitig schaffen wir gute Verbindungen zum Mobilitätszentrum und damit zum öffentlichen Verkehr.“ Johannes Nemmert, Leiter des Baubezirksamtes, konnte mit dem Projekt zudem zwei Maßnahmen in einem umsetzen: „Im Zuge der Arbeiten, die zwischen Oktober 2025 und Juli 2026 stattfanden, wurde auch das unterspülte Widerlager der Brücke gesichert.“
Weitere wichtige Maßnahmen sollen folgen
Das Gesamtprojekt „Alltagsradwege im Lienzer Talboden“ wurde 2022 beschlossen, um „eine deutliche Steigerung der Radpendlerzahlen und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit“ zu erzielen. Hierfür stehen Mittel von zirka 4,8 Millionen Euro parat. 1,5 Millionen Euro wurden mit Abschluss der Arbeiten an der Debantbachbrücke bereits verbaut. Ebenfalls fertig sind die Radverbindungen „Iseltalradweg – Ortseingang Oberlienz“ und „Thal Aue – Thal Ost“. Weitere Projekte betreffen die Stadt Lienz und umfassen die Nußdorfer Straße, den Radweg an der Tristacher Straße mit einem der neuralgischsten Punkte – der Abbiegung südlich der Ostspange – sowie das von vielen herbeigesehnte Projekt „Unterführung Pfister“ samt Umfahrung der OMV-Tankstelle am Beginn des Iseltalradwegs.
Neuerrichtung einer Draubrücke
Auch die für viele Pendler, Schülerinnen und Schüler eminent wichtige Verbindung „Lienz – Tristach“ entlang der Drau mit Neuerrichtung einer Draubrücke soll im kommenden Jahr umgesetzt werden. Die Planung für den Radweg „Thal Aue – Thal Wilfern“ steht kurz vor dem Abschluss. Weitere Projekte betreffen Leisach, Amlach und Lavant. Dass dabei ein gewisser Zeitdruck herrscht, kann man als gute Nachricht für alle Radlfans werten. „Das Gesamtprojekt muss bis Ende 2027 fertiggestellt werden“, heißt es beim PV36.