Radentheinerin kehrt als Lehrerin an ihre alte Schule zurück
Seit Montag ist Lisa Maier Teil des Spittaler BORG-Kollegiums. Nicht nur für ihre Schüler, sondern auch für sie war es der „erste“ Schultag.

Einen Weg, den Lisa Maier als Schülerin begann, setzt sie nun als Lehrerin fort. Während Hausaufgaben, Pausenpläne, Klassenausflüge und die Frage, was nach der Matura auf sie zukommen wird, ihre Jugend prägten, war der „erste“ Schultag diesmal aus anderen Gründen ein ganz besonderer Meilenstein. Jahre nach ihrem Abschluss kehrte Maier am Montag als Lehrerin an das Bundesoberstufenrealgymnasium (BORG) Spittal zurück. Die 26-jährige Radentheinerin unterrichtet die Fächer Biologie und Umweltbildung sowie Italienisch. Ein seltsames Gefühl sei dieses „Comeback“ nach so vielen Jahren nicht gewesen, auch wenn sie jene Pädagogen, die sie einst unterrichteten, nun täglich im Lehrerzimmer trifft.
„Ich wurde nicht sofort ins kalte Wasser geworfen, sondern hatte etwas Zeit, mich einzugewöhnen. Natürlich prasseln anfangs sehr viele neue Informationen auf einen ein, die schnell überfordern können. Mit etwas Glück streikt dann auch noch der Computer. Aber ich kann mich auf die Unterstützung meiner Kollegen verlassen. Bei Fragen wende ich mich immer an sie. Der organisatorische Aufwand ist sehr groß“, sagt Maier. Schon als sie noch selbst die Schulbank drückte, hatte sie ihren Traumberuf klar vor Augen. „Es klingt wie ein Klischee, aber ich wusste schon immer, dass ich gerne Lehrerin werden möchte. Biologie hat mich schon damals fasziniert. Ich war mir lediglich bezüglich meines zweiten Faches unsicher. Nachdem ich einige Zeit in Mailand und Florenz verbracht habe, habe ich mich schließlich für Italienisch entschieden.“ Eine Sprache und eine Naturwissenschaft – für Maier ist es eine „sehr abwechslungsreiche, wenn auch ungewöhnliche Mischung“.

Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen
Im Juli absolvierte sie ihre Masterprüfung. Seit wenigen Tagen steht sie mit dem erlangten Wissen vor 15-jährigen Schülern und Schülerinnen und hofft, dieses bestmöglich weitergeben zu können. „Als Lehrperson ist es wichtig, nie zu vergessen, dass man einst selbst Schüler war. Ich denke, es hat Vor- und Nachteile, dass ich so jung bin. Ich kann noch gut nachvollziehen, wie man sich in diesem Alter fühlt, warum manchmal die Motivation fehlt oder wie stressig es sein kann, alle Fächer unter einen Hut zu bringen“, schildert die frischgebackene Lehrerin. Sie denkt, dass es ihr deshalb leicht fallen wird, das Vertrauen ihrer Schüler und Schülerinnen zu gewinnen. „Trotzdem weiß ich auch, wie ich mich durchsetzen kann. Das ist ein Teil meiner Persönlichkeit, damit werde ich keine Probleme haben. Ich scheue mich nicht davor, Grenzen zu setzen.“
Sie selbst sei damals „keine Vorzeigeschülerin“ gewesen. „Bei mir ging es immer etwas chaotisch zu. Manchmal habe ich auch vergessen, meine Hausaufgaben zu machen. Ich hätte mich nicht gerne selbst unterrichtet. Ich war bestimmt nicht der Traum aller Lehrer. Zum Glück habe ich aber immer gute Noten abgeliefert. Also hat sich alles irgendwie ergeben“, lacht Maier, die sich auf das bevorstehende Schuljahr mit ihren neuen Schützlingen freut. Diesen rät sie, ihre Schulzeit zu genießen, auch wenn es manchmal schwer fällt: „Man erlebt den Alltag als Schüler ganz anders. Wenn man später zurückblickt, merkt man, dass es eigentlich eine tolle Zeit war.“