Das alte, neue Leben der ehemaligen Grazer Stadträtin
Nach dem Scheitern mit der KFG bei der Gemeinderatswahl hat Claudia Schönbacher ihren Friseursalon wiedereröffnet – „die Schönmacher“.

Wortspiele sind bei Friseursalons ja besonders beliebt. Da kann auch Claudia Schönbacher nicht anders: Die ehemalige KFG-Chefin und Stadträtin in Graz hat nach dem Ausscheiden aus der Politik ihren Salon wiedereröffnet – „die Schönmacher“. In der Adalbert-Stifter-Gasse dreht sich nun alles um Hair-Styling, Make-up und Braut-Styling bis hin zu Farbtyp- und Stilberatung und persönlicher Einkaufsbegleitung.
Schönbacher war vor dem Ausflug ins Rathaus schon 30 Jahre als Frisörin selbständig, als Stadträtin musste sie das aber ruhend stellen. „Frisör war immer meine Leidenschaft, die Politik ein Hobby, das ich zum Beruf machen durfte“, sagte sie im Interview vor der Wahl. Jetzt, nach der Wahlniederlage, wird es für die 50-Jährige wieder haarig im besten Sinn. Wobei: Die Haare waren offenbar auch in der Politik ein zentrales Element. „Viele kennen meinen Nachnamen nicht, aber dann heißt es: ‚Ach so, die mit den roten Haaren“, lachte Schönbacher im selben Interview. „Da ist der Wiedererkennungswert hoch.“
Das Leben nach der Politik ist für viele oft eine Herausforderung. Nicht jede hat ein Unternehmen, das sie wiederbeleben kann. Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), dessen Tochter das Familienunternehmen Klammerth führt, ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des Universalmuseums Joanneum. Seine damalige Vize Lisa Rücker sitzt im Aufsichtsrat der Holding Graz, ist vor allem aber als Beraterin tätig. Ein anderer Vize von Nagl, Mario Eustacchio (FPÖ), lebt seine Italienliebe im Hofkeller aus – und wartet weiter, ob es im FPÖ-Finanzskandal zu Anklagen kommt oder nicht. Nagl-Vize Nummer drei, Martina Schröck (SPÖ), ist beim „Verein für Arbeit und Beschäftigung“ sowie ehrenamtliche Obfrau der Vinziwerke. Ex-Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) ist heute ÖGK-Finanzchef.