Bekannter heimischer Künstler soll Stieftochter missbraucht haben
Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen. Der Beschuldigte zeigte sich selbst an, er wurde offenbar von der Mutter des Kindes erpresst.
Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen einen bekannten heimischen Künstler, der laut „Kronen Zeitung“ vor einigen Jahren die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin missbraucht haben soll. Behördensprecherin Judith Ziska bestätigte der APA am Dienstagabend ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und bildlichem sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial. Die Ermittlungen beruhen laut Ziska auf einer Selbstanzeige des Beschuldigten.
Die Mutter des Kindes soll von einer Anzeige gegen den Künstler abgesehen und diesen stattdessen gemeinsam mit einer Bekannten erpresst haben. Wie die „Krone“ berichtet, soll dieser mehrere 10.000 Euro bezahlt haben und dann - offenbar weil der Druck zu groß wurde - reinen Tisch gemacht haben. Bei einer Hausdurchsuchung soll bei dem Mann Bildmaterial von missbrauchten Unmündigen sichergestellt worden sein.
Florian Höllwarth, der Anwalt des Betroffenen, bestätigte der APA ebenfalls, „dass ein Ermittlungsverfahren geführt wird und das inhaltlich derzeit keine Auskunft gegeben wird.“ Die Tatbestände würden „teilweise über 13 Jahre zurückliegen“.
Mutmaßliche Erpresserinnen in U-Haft
Gegen die Frauen, die den Künstler unter Druck gesetzt und zur Zahlung eines ansehnlichen Geldbetrags gebracht haben sollen, wird wegen schwerer Erpressung ermittelt. Im Unterschied zum Künstler sitzen die beiden in U-Haft, und zwar seit Anfang Juni bzw. Anfang Juli, wie Christina Salzborn, die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, auf APA-Anfrage mitteilte. Als Haftgründe wurden vom Gericht Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr angenommen.