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Gemeinde Steindorf trauert um einen ihrer ältesten Bürger

Johann Pommer verstarb am 5. September, zwei Wochen nach seinem 100. Geburtstag. Er verbrachte seine letzten Jahre in der Senioren Residenz Mavida in Steindorf.

Ein Trauersujet von einem Mann in einem grünen Pullover.
© KK/Privat
Johann Pommer verstarb im Alter von 100 Jahren
Dorian Wiedergut
Redakteur Regionalredaktion St. Veit/Feldkirchen

Es war mit Sicherheit ein interessantes Leben, das Johann Pommer führte. Das Licht der Welt erblickte er im Jahre 1926, allerdings nicht in Steindorf, sondern in Linz. Dort wuchs er mutterlos auf, da sie sich in einem Heim für Epilepsie befand. Mit 17 Jahren bekam er einen Halbbruder – dieser wanderte allerdings in weiterer Folge in die USA aus.

Zeit seines beruflichen Lebens war Pommer als Dreher bei VÖEST (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) angestellt. Ein Dreher ist ein Facharbeiter, der präzise Werkstücke aus Metall oder anderen Werkstoffen durch das Verfahren des Drehens herstellt. „Im Zweiten Weltkrieg wurde er einberufen, aber nicht nach Russland geschickt, weil er zu schmächtig war“, erinnert sich seine Patennichte, Gabriele Teuffenbach. Unter den amerikanischen Besatzungsmächten war Pommer dann als Chauffeur unterwegs.

„73 Jahre lang war er mit meiner Patentante zusammen“, sagt Teuffenbach. Bescheidenheit und Sparsamkeit zeichneten das Paar aus. Sie hatten eine Eigentumswohnung in Linz, ein Motorrad und ein Auto. „Besonders stolz war er auf seinen Mercedes.“ Er hat sein Leben lang Sport gemacht, Ski im Winter, Wandern im Sommer, Krafttraining und Sauna. Alkohol trank er mäßig, geraucht hat er nicht. Mit seinen Freunden war er in der Pension oft den Großteil des Sommers über am Pichlinger See im Südosten von Linz.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in der Senioren Residenz Mavida in Steindorf am Ossiacher See. „Er war ein sehr charmanter, mobiler und angenehmer Bewohner.“ Er galt beim Personal und bei den anderen Bewohnern gleichermaßen als sehr beliebt. Am 5. September schloss Pommer im Alter von 100 Jahren für immer die Augen. Die Verabschiedung fand bereits statt, die Urne wird im Familiengrab in Bad Wimsbach beigesetzt.