Nächster getöteter Häftling: Mordverdacht im FTZ Garsten
Nur zwei Wochen nach dem tödlichen Messerangriff in der Justizanstalt Klagenfurt gibt es erneut einen Mordverdacht in einer österreichischen Justizeinrichtung. In Garsten wurde ein 40-jähriger Insasse tot aufgefunden, ein 63-jähriger Mitinsasse soll ihn getötet haben.

Zwei Wochen, nachdem ein 17-jähriger Häftling in der Justizanstalt (JA) Klagenfurt in einer Zwei-Personen-Zelle einen 19 Jahre alten Mitinsassen im Schlaf erstochen haben dürfte, steht wieder ein Häftling unter Mordverdacht. Ein 40-jähriger Mann wurde am Montagnachmittag im Forensisch-Therapeutischen Zentrum (FTZ) Garsten tot aufgefunden. Das bestätigte das Justizministerium am Abend der APA. Er soll von einem 63 Jahre alten Insassen vorsätzlich getötet worden sein.
„Notarzt und Polizei befinden sich bereits vor Ort, der Amtsarzt wurde verständigt. Das Landeskriminalamt Oberösterreich wird in Folge die Ermittlungen gegen einen anderen Untergebrachten wegen des Verdachts des Mordes übernehmen“, teilte das Ministerium mit. Aufgrund der eben erst angelaufenen Ermittlungen könnten derzeit keine weiteren Details bekannt gegeben werden. „Wir setzen alles daran, die Vorkommnisse lückenlos und unter Einbeziehung aller internen Abläufe aufzuklären. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt der betroffenen Familie und den Hinterbliebenen“, hieß es in einer ersten Stellungnahme.
Beide Männer im Maßnahmenvollzug untergebracht
Die beiden Männer waren in Garsten im sogenannten Maßnahmenvollzug untergebracht. Sie waren zwar als zurechnungsfähig eingestuft, galten aber aufgrund einer schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störung als gefährlich im Sinn des § 21 Absatz 2 StGB. Daher waren haftbegleitende therapeutische Maßnahmen angeordnet worden, die im FTZ Garsten gewährleistet waren. Ohne entsprechende Behandlung sei zu befürchten, dass es in absehbarer Zukunft erneut zu einer mit Strafe bedrohten Handlung mit schweren Folgen kommen könnte, hatten psychiatrische Sachverständige gewarnt.
Die Staatsanwaltschaft Steyr bestätigte der APA die angelaufenen Mordermittlungen. Der Anklagebehörde lag am Montagabend allerdings noch kein schriftlicher Polizeibericht vor. Daher gab es vorerst keine Informationen zum Tathergang und der Tatwaffe. „Es wird auf Hochtouren ermittelt“, sagte eine Behördensprecherin. Nähere Informationen wurden für Dienstag avisiert.
Bedeckt gab sich die Landespolizeidirektion Oberösterreich. Die zuständige Staatsanwaltschaft habe in diesem Fall die Medienarbeit übernommen, teilte knapp vor 20 Uhr eine Sprecherin auf APA-Anfrage mit.