Wie Park- und Öffi-Tarife über die Jahre in Graz teurer wurden
Wer eine Stunde mit Bus und Bim in Graz unterwegs ist, zahlt deutlich mehr als jemand, der sein Auto in der blauen Zone abstellt. Ein Preisvergleich.

Ungefähr gleich viel sollten sie kosten, die Stundenkarte für die Grazer Verkehrsbetriebe und das Parkticket des Autos in der blauen Zone. Das war das Ziel von Erich Edegger (ÖVP), mittlerweile legendärer Vizebürgermeister der Stadt Graz und unter anderem Erfinder von Tempo 30 sowie dem Radeln gegen die Einbahn. Davon kann heute, 34 Jahre nach dem plötzlichen Tod des Politikers, keine Rede sein. Kostet doch eine Öffi-Karte 3,30 Euro, während das Parken 2,60 Euro kostet – Bus und Bim sind damit um mehr als ein Viertel teurer.
Auch mit der nun geplanten Erhöhung der Parkgebühren dürfte diese Lücke nicht geschlossen werden. Vom Jahr 2002 weg wurden die Öffi-Tarife Jahr für Jahr teurer – und die Parkgebühren nur alle paar Jahre. Schaut man sich allerdings die Zeitreihe an, stellt man fest: Die prozentuelle Steigerung ist in diesem Zeitraum insgesamt beim Parken höher ausgefallen. Wer den Kombi in der blauen Zone für eine Stunde abstellt, zahlt heute 160 Prozent mehr als 2002. Bei den Stundenkarten fällt die Steigerung „nur“ mit 106 Prozent aus. Der allgemeine Verbraucherpreisindex ist übrigens um 78 Prozent gestiegen – beide Posten liegen damit klar über der Inflationsrate.
Was man bei der Steigerung berücksichtigen muss: Das Parken wurde 2002 sogar billiger, auch deshalb fällt die Steigerung von dort weg höher aus. Bei Euroeinführung hätten die seit 1989 gültigen 16 Schilling für 60 Minuten Parken exakt 1,16 Euro entsprochen – das ging sich mit Münzen freilich schlecht aus. Also hat die Politik kurzerhand auf einen Euro abgerundet.
