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Boots-Crash in Venedig: Junger Mann tot, Frau weiter vermisst

Das kleine Boot des jungen Paares kollidierte am Samstag mit einem Wassertaxi. Die örtliche Polizei warnt vor zunehmender Raserei auf dem Wasser.

Die Ermittlungen nach dem Bootsunfall dauern an
© IMAGO/Xbaloncicix Via Imago-images.de
Die Ermittlungen nach dem Bootsunfall dauern an

Die beiden hatten erst vor drei Monaten geheiratet. Jetzt ist er tot, sie wird nach wie vor vermisst. Nach dem Zusammenstoß eines Wassertaxis mit einem kleinen Motorboot in der Lagune von Venedig am Samstag wurde bekannt, dass der 25-Jährige mittlerweile im Krankenhaus verstorben ist. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Von seiner Frau fehlt weiterhin jede Spur. Die Suche nach ihr läuft.

Der 25-jährige Fischer und die 26-jährige gebürtige Brasilianerin waren Samstag vor Sonnenaufgang mit einem kleinen Boot unterwegs. Dabei kam es zwischen der Insel Tessera und dem Flughafen Marco Polo zu der heftigen Kollision mit einem Wassertaxi, das in Richtung Flughafen unterwegs war. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an.

Raserei auf dem Wasser

Nach dem tödlichen Zusammenstoß warnt die örtliche Polizei jedoch vor zunehmender Raserei auf dem Wasser. Besonders Wassertaxis seien häufig mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, sagte der Kommandant der Stadtpolizei, Marco Agostini gegenüber lokalen Medien. Nach ersten Erkenntnissen soll das Taxi zum Zeitpunkt des Unfalls mit mindestens 40 Stundenkilometern gefahren sein.

Das kleine Boot des jungen Fischers war in einem der gefährlichsten Bereiche der Lagune unterwegs, auf der Strecke in Richtung Flughafen. Das Wassertaxi, das Fahrgäste zum Flughafen brachte, erfasste das Boot.

Verstärkte Kontrollen

Nach Einschätzung der Ermittler dürfte nicht die Dunkelheit allein für den Unfall verantwortlich gewesen sein. Die schwere Zerstörung des kleinen Bootes lasse vielmehr auf einen heftigen Aufprall schließen. „Je mehr Kunden sie transportieren, desto mehr verdienen sie. Und dementsprechend wird beschleunigt“, sagte Agostini mit Blick auf die Wassertaxis. Die Fahrer selbst verwiesen nach seinen Angaben unter anderem auf die hohen Treibstoffkosten und den wirtschaftlichen Druck, möglichst schnell möglichst viele Fahrten zu absolvieren.

Filmfestspiele

Während der Filmfestspiele in Venedig hatte die Stadtpolizei ihre Kontrollen in der Lagune verstärkt. Dennoch habe die abschreckende Wirkung der Kontrollen offenbar nachgelassen, sagte Agostini. Die Polizei wolle deshalb ihre Überwachung weiter intensivieren. Zugleich seien strengere Regeln nötig, um Geschwindigkeitsverstöße konsequenter ahnden zu können.

Auch kleine Motorboote seien ein Problem. Teilweise würden junge Menschen Boote steuern, die für ihre Fahrkenntnisse zu leistungsstark seien, sagte der Polizeichef. „Kein Boot wäre an sich wirklich gefährlich“, betonte Agostini. Gefährlich werde es, wenn die Fahrer beschleunigten und Regeln missachteten. „Wenn alle die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten würden, würden solche Unfälle nicht passieren.“ Die Polizei könne allerdings nicht hinter jedem Boot einen Beamten stationieren. „Wenn die Menschen die Kontrollen auf die leichte Schulter nehmen, verstärken wir sie“, sagte Agostini.