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Kärntner Forscher holte sich europäischen Drohnen-Innovationspreis

Mit zwei kleinen Drohnen, die autonom und ohne GPS-Unterstützung fliegen, überzeugte das Team Hermes der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Drohne
© SPRIND/Felix Adler
Vier Aufgaben mussten die Drohnen ohne menschliche Steuerung und GPS-Unterstützung absolvieren
Bettina Auer
Wirtschaftsressort

Eine Spitzenleistung zeigte vor Kurzem das Team Hermes der Forschungsgruppe Control of Networked Systems von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Die Forscher konnten sich im bayrischen Erding beim Innovationswettbewerb „Fully Autonomous Flight 2.0“ der deutschen Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) gegen sechs Finalisten aus ganz Europa durchsetzen. Gesucht wurde ein Flugsystem, das ohne menschliche Steuerung und auch ohne Satellitennavigationssysteme wie GPS komplexe Aufgaben bewältigen kann.

Zustellen und suchen

Ursprünglich haben 14 Teams am mehrmonatigen Wettbewerb teilgenommen, davon haben es nur sechs ins Finale Ende August geschafft. In diesem mussten die Forscher mit nur 30 Minuten Vorbereitungszeit vier Aufgaben bewältigen. Unter dem Titel „Letzte-Meile-Zustellung“ musste die Drohne in einem Wohngebiet mit sechs baugleichen Häusern jenes mit der Nummer 14 identifizieren und neben einem blauen Fahrrad landen, während die Veranstalter mit falschen Nummern und andersfarbigen Rädern für Verwirrung sorgten. Danach musste eine aus einem der Häuser winkende Frau gefunden und neben diesem Haus gelandet werden, obwohl die Sensoren durch Rauch gestört wurden. Unter dem Titel „Suchen und Retten“ musste die Drohne in einem Gebiet mit Gebäuden und Bäumen eine am Boden liegende Person mit rotem T-Shirt finden und neben ihr landen. Danach musste eine Person anhand eines Merkmals zehn Minuten von der Drohne verfolgt werden. Wobei vorab nicht bekannt war, dass diese Person zuerst gehen, dann rennen und Fahrrad fahren sowie sich unter einem Regenschirm verbergen wird.

Team Hermes der Forschungsgruppe Control of Networked Systems am Institut für Intelligente Systemtechnologien
© SPRIND/Felix Adler
Team Hermes der Forschungsgruppe Control of Networked Systems am Institut für Intelligente Systemtechnologien

Das Team Hermes beeindruckte vor allem bei der Verfolgung die Jury. Denn die Drohne blieb an der Person dran und wich gleichzeitig Hindernissen wie Bäumen und Gebäuden aus. Als einziges Team ließen die Klagenfurter zwei Drohnen, die direkt miteinander kommunizierten, fliegen. Außerdem waren die Klagenfurter Drohnen unter den kleinsten im Feld. „Dass ein so schlankes System mit den großen Plattformen mithalten und in der schwierigsten Aufgabe sogar davonziehen konnte, zeigt, dass Autonomie eine Software-Frage ist“, erklärt Luca Di Pierno, der die intelligente Autonomie entworfen und die Kern- und Navigationssoftware federführend mitentwickelt hat. Stephan Weiss, Leiter der Forschungsgruppe, betont dazu: „Dieser Sieg ist das Ergebnis jahrelanger Grundlagenforschung an robuster Zustandsschätzung und Navigation ohne GPS, und er zeigt, dass diese Forschung reif für die reale Welt ist.“