Baby-Alarm in der Tierwelt Herberstein bei Roter Panda und Luchs
Buschelschweif und Pinselohren: In der Tierwelt Herberstein freut man sich über drei Jungtiere bei Rotem Panda und Luchs. Beim Karpatenluchs ist es der erste Nachwuchs seit 18 Jahren in dem oststeirischen Zoo.

Zwischen den beiden stimmt einfach die Chemie: Bereits zum zweiten Mal ist das Rote Panda-Pärchen Kalina und Kaldon Eltern geworden. Zwei quirlige Männchen – sie wurden Mitte Juni geboren. Wobei man sagen muss: Sie mögen zwar süß aussehen, doch die beiden haben es faustdick hinter den flauschigen Ohren.
Bei Routineuntersuchung, Impfung sowie Chip-Check von Reinhard Pichler, Tierarzt und zoologischer Leiter der Tierwelt, beweisen die kleinen Pandas schon, dass das Wort Wildtier nicht von ungefähr kommt. Pichlers Befund: „Die beiden sind gesund und munter. Man merkt jetzt auch, dass die Eltern schon ein eingespieltes Team sind.“

Dass es dem Nachwuchs gut geht, zeigt auch der Blick auf die Waage – in diesem Fall ein Kübel voller Panda, der an einer Waage hängt. Die beiden Jungtiere haben ordentlich zugelegt – Arzt und Tierpflegerinnen sind zufrieden.
Die tierische Liebesgeschichte ihrer Eltern startete im Oktober 2024, als Weibchen Kalina aus dem polnischen Zoo Plock in die Oststeiermark kam. Männchen Kaldon machte nie einen Hehl daraus, was er von dem Neuzugang hielt. „Er spaziert ihr hinterher und markiert wie ein Weltmeister“, beobachtete Pichler schon damals.
Auch Karin Winkler von der Geschäftsleitung der Tierwelt Herberstein erklärt angesichts des neuerlichen Nachwuchses: „Wir freuen uns natürlich, dass die beiden so gut harmonieren und vor allem, dass sie sich hier bei uns so wohlfühlen.“
Die Roten Pandas, auch Katzenbären genannt, stehen seit 2008 auf der Roten Liste für gefährdete Arten – jede Geburt ist ein Erfolg für das internationale Artenschutzprogramm. So sind beispielsweise die 2025 geborenen Jungtiere schon an andere Zoos vergeben. Weibchen Kaja ist bereits nach Frankreich übersiedelt. Ihr Bruder „Boo“ ist derzeit zwar noch in Herberstein – reist jedoch schon bald nach Tschechien.
Erster Nachwuchs seit 18 Jahren
Über den ersten Nachwuchs seit mittlerweile 18 Jahren freut man sich unterdessen bei den Karpatenlüchsen. Auch wenn sich unter die Freude Wehmut mischt – denn eigentlich waren es zwei Luchswelpen. „Eines mussten wir wegen eines offenen Sprunggelenkbruchs euthanasieren“, erklärt Reinhard Pichler. „Er wäre so nicht lebensfähig gewesen. Sein Bruder ist aber wohlauf.“ Mit auffällig großen Pfoten und neugierigem Blick streift er durchs Revier und erforscht seinen „Kratzbaum“ – gerne auch von innen.

Erst im Februar 2025 ist der Vater „Charly“ im Rahmen des Europäischen Erhaltungsprogrammes (EEP) in den oststeirischen Zoo gekommen. Weibchen Kyra übersiedelte zwei Monate später. Der Auftrag des Paares: Für Nachwuchs sorgen.
Genetische Vielfalt
In Zusammenarbeit mit Zoos werden Karpatenluchse unter besonderen Bedingungen gezüchtet. Die Tiere werden später unter anderem in Vorarlberg, in den Kalkalpen und im Waldviertel ausgewildert, um für genetische Vielfalt in den Populationen zu sorgen. Es könnte also gut sein, dass der kleine Kerl mit den großen Pfoten einmal in die freie Wildbahn entlassen wird. Zuvor gibt es aber noch so viel in der Tierwelt Herberstein zu entdecken – zum Beispiel, seinen Kratzbaum von innen.
Aktionstage zum Roten Panda in der Tierwelt Herberstein
Am 19. und 20. September dreht sich in der Tierwelt Herberstein alles um den „Roten Panda“.
Beim Gehege der Katzenbären gibt es bei den kommentierten Fütterungen (jeweils um 10.30 und um 14 Uhr) spannende Einblicke für große und auch kleine Besucher.
Kinder können aber auch ihren eigenen Roter-Panda-Button als Andenken gestalten.
Weitere Informationen gibt es unter: tierwelt-herberstein.at
