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Jannik Sinner und Alexander Zverev spielen in Wien

Die Top zwei der Welt treten bei den Erste Bank Open an. Fünf der Top acht sind für Wien gemeldet. Baubeginn der neuen Halle steht in den Sternen

Sind beide in Wien am Start: Jannik Sinner (links) und Alexander Zverev 
© AFP/Henry Nicholls
Sind beide in Wien am Start: Jannik Sinner (links) und Alexander Zverev 

Österreichs größtes Tennis-Turnier lockt bei der Auflage vom 24. Oktober bis 1. November einmal mehr die absoluten Topstars in die Wiener Stadthalle. So treten erstmals seit langer Zeit mit den Vorjahresfinalisten Jannik Sinner und Alexander Zverev die aktuellen Nummer eins und zwei im ATP-Ranking an. Zudem kommen mit Daniil Medwedew, Flavio Cobolli und Frances Tiafoe drei weitere Top-8-Spieler in den 15. Bezirk. Erstmals in Wien am Start ist auch US-Jungstar Learner Tien.

Für Turnierdirektor Herwig Straka kam die Zusage des Südtirolers Sinner letztlich nicht mehr überraschend. „Wir haben das ganze Jahr Kontakt. Als er die US Open nicht gespielt hat, war meine Hoffnung, dass er wieder spielen wird, weil er die Punkte auch braucht. In Summe war es die letzten Wochen nicht so überraschend, aber es freut mich sehr, dass er wieder nach Wien kommt“, sagte der Steirer zur APA.

Kampf um Nummer 1 in Wien?

Auch Zverev kommt als nunmehr zweifacher Grand-Slam-Sieger zurück nach Wien. „Es freut uns, dass wir drei der vier Grand-Slam-Titel in Wien haben“, sagte Straka mit Blick auf Wimbledonsieger Sinner lachend. Da jeder Spieler sowohl vom Ranking als auch von der Leistung her zusätzliche Boni erhält, wird French-Open- und US-Open-Sieger Zverev für Wien teurer. „Aber das zahlt man unter Anführungszeichen ‚gerne‘, weil die Aufwertung für das Turnier enorm ist.“

Da Sinner bis zum 2. November, dem Tag nach dem Wiener Turnier, rund 2.000 Punkte zu verteidigen hat, könnte es gar zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer 1 schon in Österreich kommen. Dotiert ist das Traditionsturnier mit 2.797.985 Euro, in Sachen Umsatz nähert man sich bereits der Grenze von 20 Millionen. Und der Zuschauerrekord aus dem Vorjahr mit 82.000 Fans soll wieder angegriffen werden.

Kein Baubeginn in Sicht für Eventhalle in Neu Marx

Nicht zuletzt auch wegen der Marx-Halle, wo in diesem Jahr sogar vier Courts aufgelegt werden. Auf die Errichtung der neuen großen Eventhalle in Neu Marx, einige hundert Meter von dort entfernt, muss man hingegen weiter warten. Die eigentlich Ende Jänner 2019 für 2024 angekündigte Halle wird nun wohl auch den zuletzt avisierten Termin 2030 nicht halten können.

Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigt sich diesbezüglich am Montag auf APA-Nachfrage verwundert. „Wir haben das ausgeschrieben, das ist bekannt. Und offensichtlich gibt es Schwierigkeiten, für den, der den Wettbewerb gewonnen hat, das Ding zu realisieren, sonst würden wir schon in eine Baugrube schauen.“ Es gäbe ganz offensichtlich Schwierigkeiten, man baue als Stadt ja nicht selbst. „Es muss Probleme geben, die wir alle nicht kennen. Ich weiß keine weiteren Details.“ Druck von der Stadt nütze da nichts. „Ich bin nicht zuversichtlich, dass wir das in nächster Zeit realisiert sehen werden.“

Turnierboss Straka wenig erfreut

Für Straka sind das freilich keine guten Nachrichten, schließlich wächst sein Turnier weiter stark. „Es ist stemmbar, weil wir eine sehr hohe Nachfrage haben. Aber es wird herausfordernder, denn irgendwann ist das Limit der Kapazität ein Problem. Wenn die Kosten näher und näher an die maximalen Einnahmen kommen, dann wird es schwierig“, erklärte der Veranstalter.

Genug Kapazitäten gibt es noch für den Davis Cup am Freitag und Samstag im Wiener WAC gegen Belgien. Für Freitag sind 2.500, für Samstag 3.000 Tickets vergeben, die Tribüne fasst 4.000 Fans. Neben dem Davis Cup sind freilich auch bei den Erste Bank Open Österreicher eingeplant. „Wir werden zwei Wildcards für Österreicher reservieren. Mit Jurij (Rodionov) rechne ich schon“, meinte Straka.