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Falsch entsorgtes Speiseöl sorgt für Schaden in Millionenhöhe

Nur ein Drittel des in der Steiermark in Haushalten entsorgten Speiseöls landet bei Sammelstellen. Eine neue Kampagne soll die gesammelte Menge verdoppeln.

Das Bild zeigt eine Sammelbox für Altspeiseöl
© Foto Freisinger
In der Steiermark gibt es über 800 Sammelstellen für Altspeiseöl
Marie Miedl-Rissner
Redakteurin Bundesland Steiermark

Das Öl aus dem Olivenglas, jenes aus der Thunfischdose oder das Fett aus der Fritteuse. All das landet in der Steiermark nach wie vor viel zu oft im Abfluss oder in der Toilette. Ist es erst einmal durch das Siphon abgeronnen oder von der Spülung mitgerissen worden, verschwenden die meisten keinen Gedanken mehr daran.

Aktuell landen rund 640.000 Kilogramm Altspeiseöl aus steirischen Haushalten bei Sammelstellen. Das entspricht rund einem halben Liter pro Person und Jahr. Was zunächst positiv wirkt, hat aber auch eine Schattenseite. Denn das gesammelte Öl entspricht nur einem Drittel des in Haushalten entstehenden Speiseöls. Gastronomiebetriebe werden hier nicht mitgezählt, da sie zur korrekten Entsorgung verpflichtet sind.

Schaden muss mit Steuergeld beglichen werden

Das Problem: Im Abwassersystem sorgt das falsch entsorgte Öl für enorme Probleme. Denn was im eigenen Haushalt nur ein Schluck Öl ist, summiert sich. Das Öl lagert sich ab, verstopft Leitungen, sorgt für eine Geruchsbelästigung, und lockt Ungeziefer wie Ratten an.

Die Kosten sind immens und nicht nötig

— Simone Schmiedtbauer, Landesrätin

Um all diese Probleme wieder zu beseitigen, braucht es vor allem eines: Geld. Kosten, die mit Steuergeld gedeckt werden müssen, die also jede Steirerin und jeder Steirer trägt. „Die Kosten sind immens und nicht nötig“, sagt Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Eine genaue Summe möchte man zwar nicht nennen, die Kosten bewegen sich aber in Millionenhöhe.

Sabine Haßler, Obfrau der Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Walter Sattelberger von der Münzer Bioindustrie GmbH präsentierten am Montag die neue Kampagne
© GSA
Sabine Haßler, Obfrau der Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Walter Sattelberger von der Münzer Bioindustrie GmbH präsentierten am Montag die neue Kampagne

Daher starten die Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger (GSA), das Land Steiermark, die WKO, die Steirischen Abfallwirtschaftsverbände, Münzer und die Seifenfabrik Strohmeier eine gemeinsame Informationskampagne. Unter dem Motto „Tröpfchen mit Köpfchen“ soll auf all diese Probleme hingewiesen werden. Das Ziel: „Wir möchten die Sammelmenge verdoppeln“, sagt Sabine Haßler, Obfrau der Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger.

Aus einem Kilo Altspeiseöl wird beinahe ein Kilo Biodiesel

Mit dem Öl, das im Abfluss oder in der Toilette landet, gehen aber auch wertvolle Ressourcen verloren. „Aus einem Kilogramm Altspeiseöl kann nahezu ein Kilogramm Biodiesel gewonnen werden“, stellt Schmiedtbauer klar. Das bedeutet auch: Je mehr Altöl abgegeben wird, desto mehr Biodiesel kann erzeugt werden. Auch Seifen oder Waschmittel können aus dem Abfallprodukt entstehen.

Wir mischen derzeit in Österreich beim Diesel sieben Prozent Biodiesel bei, wenn ich das auf zehn Prozent erhöhen würde, würde ich eine Million Kilo CO2 pro Jahr einsparen

— Walter Sattelberger , Münzer Bioindustrie GmbH

Gerade bei Biodiesel spielt auch die aktuelle globale Lage eine Rolle. Anders als fossile Brennstoffe kann der Biodiesel direkt in Österreich produziert werden – ganz ohne Abhängigkeiten von anderen Staaten. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit ist hier einiges möglich: „Wir mischen derzeit in Österreich beim Diesel sieben Prozent Biodiesel bei, wenn ich das auf zehn Prozent erhöhen würde, würde ich eine Million Kilo CO2 pro Jahr einsparen“, sagt Walter Sattelberger von der Münzer Bioindustrie GmbH.

Abkühlen, abfüllen, abgeben

Daher sollte die Devise bei altem Speiseöl immer lauten: Abkühlen, abfüllen, abgeben. Gesammelt wird das Altspeiseöl in der Steiermark bei über 800 Sammelstellen – von Ressourcenparks über Sammelboxen bis hin zu Sammelautomaten in ausgewählten Spar-Filialen. Das Ziel ist es, durch das engmaschige Netz keinen zusätzlichen Weg entstehen zu lassen, sondern die Entsorgung einfach in den Alltag einbinden zu können.

Gesammelt werden kann das Öl am besten in PET-Flaschen. Wer den Pfand nicht verschwenden möchte, kann es auch in Tetrapacks oder alte Plastik-Ölflaschen abfüllen. Glasflaschen eignen sich hingegen nicht, da diese beim Transport zerbrechen können.