Gaal: 500 Radler protestierten, Regionalmanagement kontert
500 Radler fordern sicheren Weg in die Gaal. Gemeinde und Touristiker fordern Landesgelder, Regionalmanagement hält dagegen: Eine Protestfahrt ersetze keine Planung.

Ein Band aus Mountainbikes, E-Bikes und Kinderanhängern zog am Wochenende durch das Murtal: Rund 500 Menschen beteiligten sich an einer Radprotestfahrt für einen durchgehenden Geh- und Radweg in die Gaal.
Die vom Gaaler Gemeinderat einstimmig initiierte Protestfahrt führte vom Gemeindeamt über den Tremmelberg-Parkplatz in Sachendorf bis zum Lorettohof, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Unter Polizeischutz rollten die Teilnehmer als großer Konvoi über die Landesstraße und machten damit auf die ihrer Ansicht nach gefährliche Verkehrssituation aufmerksam.
„Sicherheit steht an oberster Stelle“
Seit der Corona-Pandemie habe das Verkehrsaufkommen auf der Strecke zugenommen. Neben Freizeit- und Alltagsradlern sorgen laut Gemeinde auch landwirtschaftlicher Verkehr und Schwerverkehr für Belastung. Bürgermeister Heribert Kranz: „Die Sicherheit steht an oberster Stelle.“ Seit 2021 setze sich die Gemeinde überparteilich für die Umsetzung der Trasse ein. Von der Landesregierung habe es bislang Absagen gegeben.

Bei der Abschlusskundgebung wurden zahlreiche Unterschriften für den Radweg gesammelt, die nun nach Graz übergeben werden sollen. Auch Ski-Präsidentin Renate Götschl unterstützte die Forderung mit ihrer Unterschrift.
Rückendeckung kommt aus den Nachbargemeinden und vom Tourismusverband Murtal. Vorsitzender Michael Ranzmaier-Hausleitner sieht den Radweg nicht nur als Freizeitprojekt: „Der Radweg ist ein Zubringer zum Arbeitsplatz geworden.“ Er verweist auf Pendler, Familien und Freizeitradler und fordert, dass auch der ländliche Raum bei Investitionen in die Radinfrastruktur entsprechend berücksichtigt wird.
FPÖ-Maier hält dagegen
Auch Seckaus Bürgermeister Martin Rath unterstützt die Forderung. Zwar gebe es in seiner Gemeinde bereits verkehrsarme Verbindungen über Wald- und Nebenwege, die Gaal müsse aber an das übergeordnete Radwegenetz angeschlossen werden.

Landtagsabgeordneter Bruno Aschenbrenner (ÖVP), Obmann der InnovationsRegion Murtal, sieht Möglichkeiten über das Leader-Programm. Nicht zwingend müsse das gesamte Projekt auf einmal umgesetzt werden, auch Teilbereiche wie Beschilderungen, Sicherheitskonzepte oder Leitsysteme könnten gefördert werden. Voraussetzung sei eine verkehrstechnisch und naturschutzrechtlich umsetzbare Trasse.

Kritischer sieht Regionalmanagement-Vorsitzender und FPÖ-Landtagsabgeordneter Thomas Maier die Situation. Das Land habe der Gemeinde bereits im Dezember des Vorjahres angeboten, eine Machbarkeitsstudie mitzufinanzieren. Die Gemeinde müsse dafür allerdings selbst die Projektleitung übernehmen, Planungsaufträge vergeben und die Grundverfügbarkeit klären.
„Eine Protestfahrt ersetzt keine Projektplanung“, sagt Maier. Seit der Rückmeldung seien seiner Darstellung zufolge von der Gemeinde offenbar keine weiteren Schritte gesetzt worden. Auch beim Regionalmanagement sei keine Anfrage zur Abstimmung oder Förderberatung eingelangt. Die Tür für Gespräche sei offen, nun müsse die Gemeinde die vorhandenen Möglichkeiten nutzen.
