„Nichts zum Nachmachen“: In Badeschlapfen rund um die Zugspitze
Der Zugspitz-Ultratrail führt über 5400 Höhenmeter – Manuel Stegmayr (33) wollte ihn in Badeschuhen und ohne Essen bezwingen. Doch er brach die Tour letztlich ab.
Passendes, festes Schuhwerk zählt wie eine Wasserflasche oder Sonnenschutz zu den Grundvoraussetzungen für sichere Bergtouren. Wanderer in Sandalen, Clogs oder Flip-Flops sind nicht nur sehr ungern gesehen, sondern setzen sich auch einem erheblichen Risiko aus. Ein deutscher Extremsportler wollte es genau wissen und entschied, den Ultratrail rund um die Zugspitze mit Badeschlapfen zu bezwingen. „Das ist echt nichts zum Nachmachen“, warnt er jetzt.
Der 33-jährige Manuel Stegmayr begab sich am vergangenen Freitag auf die 106 Kilometer lange Strecke mit knapp 5400 Höhenmetern, erzählte er dem Münchner „Merkur“. „Ich wandere mit Adiletten, trage sie auch, wenn ich meinem Onkel am Bauernhof helfe und beim Feste aufbauen“, sagt der Airbus-Ingenieur und Hobby-Fußballer aus dem oberbayerischen Langenmosen. Den Zugspitz-Ultratrail habe er davor schon dreimal mit Schuhen geschafft, die Strecke sei schließlich „nicht sehr anspruchsvoll“. Durchs vergleichsweise einfache Reintal habe er es auch schon mit Badeschlapfen auf die Zugspitze geschafft.
15-Kilo-Gewichtsweste um die Schultern
Daher sei es für Stegmayr nur der nächste logische Schritt gewesen, jetzt auch den anspruchsvolleren Ultratrail mit Badeschlapfen der Firma Adidas und Tennissocken in Angriff zu nehmen. Im Gepäck hatte er laut „Merkur“ lediglich eine Drei-Liter-Trinkblase, eine Kappe, eine Sonnenbrille und eine 15 Kilogramm schwere Gewichtsweste obendrauf. Auf Essen verzichtete der Extremsportler bewusst.
„Das Schlimmste ist, nichts zu essen“, gesteht Stegmayr ein und berichtet von Kreislaufproblemen und Schwindelattacken. Nach drei Vierteln des Trails und mehr als 4000 Höhenmetern brach der 33-Jährige seine Challenge ab: „Ich bin so weit gegangen, wie ich das für mich vertreten konnte. Wäre ich verantwortungslos, wäre ich weitergegangen.“ Nach einer gewissen Zeit ohne Nahrung greift der Körper die Muskeln als Energiequelle an, das geht auf die Nieren.
Nach dem Abbruch begleiteten ihn seine Mutter und Freundin zurück. Zur Kontrolle ließ sich Stegmayr im Klinikum Augsburg untersuchen und bekam eine Infusion. „Mental hätte ich es geschafft“, zeigt sich Stegmayr überzeugt, nur der Körper habe nicht mehr mitgespielt.