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55 Euro je Auto: Ausgleichszahlung für Dieselfahrer in Ungarn

Keine Preisobergrenzen, aber Subventionen für Dieselfahrer: Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar will angesichts „beispielloser Dieselknappheit“ eingreifen.

Bis Dezember sollen die Besitzer von einer Million Diesel-Autos mit maximal 150 PS eine Ausgleichszahlung von jeweils 20.000 Forint (etwa 55 Euro) erhalten
© IMAGO/Daniel Scharinger
Bis Dezember sollen die Besitzer von einer Million Diesel-Autos mit maximal 150 PS eine Ausgleichszahlung von jeweils 20.000 Forint (etwa 55 Euro) erhalten

Die ungarische Regierung hilft Besitzern von Dieselfahrzeugen angesichts gestiegener Kraftstoffpreise mit gezielten Subventionen. Ministerpräsident Peter Magyar erklärte am Freitag auf Facebook, es gebe in Europa eine beispiellose Dieselknappheit. Eine Preisobergrenze werde jedoch nicht eingeführt, da dies zu Versorgungsengpässen führen könnte.

Bis Dezember sollen die Besitzer von einer Million Diesel-Autos mit maximal 150 PS eine Ausgleichszahlung von jeweils 20.000 Forint (etwa 55 Euro) erhalten, kündigte Magyar an. Zudem sei für Landwirte eine Rückerstattung der Verbrauchsteuer geplant.

Russisches Ausfuhrverbot

Die Lage an den weltweiten Dieselmärkten hat sich in den vergangenen Wochen deutlich angespannt. Branchenvertreter warnen davor, dass das Angebot wegen begrenzter Raffineriekapazitäten, des russischen Exportverbots und der nahenden Heizsaison bis in den Winter hinein knapp bleiben dürfte. Russland, nach den USA normalerweise der weltweit zweitgrößte Exporteur von Diesel, hat sein Ausfuhrverbot bis zum 30. September verlängert.

Ministerpräsident Peter Magyar erklärte am Freitag auf Facebook, es gebe in Europa eine beispiellose Dieselknappheit
© IMAGO/Daniel Alfoldi
Ministerpräsident Peter Magyar erklärte am Freitag auf Facebook, es gebe in Europa eine beispiellose Dieselknappheit

Ungarns MOL unter Druck

Zudem werden die Lieferungen aus dem Nahen Osten wegen des Krieges im Iran und des eingeschränkten Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz gedrosselt. Weiter unter Druck gerät Ungarn durch die Situation beim heimischen Ölkonzern MOL: Dessen wichtigste Raffinerie an der Donau arbeitet nur mit reduzierter Kapazität, seit ein Brand im Oktober 2025 eine der Rohölanlagen beschädigt hat.