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Dieser Winter wird eine Zerreißprobe für die Ukraine – ganz in Putins Sinne

Maria Schaunitzer
Außenpolitik und International
Das könnte ein Winter der Zerstörung in der Ukraine werden
© AFP/Florent Vergnes
Das könnte ein Winter der Zerstörung in der Ukraine werden

Russland zielt in diesem Winter auf die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Bevölkerung und will so Druck auf Kiew erhöhen.

Als der russische Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 die Ukraine angriff, hatte er zwei entscheidende Punkte massiv unterschätzt: Erstens die Stärke und den Einfallsreichtum des ukrainischen Militärs und andererseits die unbändige Widerstandskraft und den Überlebenswillen der Ukrainer. Angefangen bei einem Präsidenten, der sich anstatt eines Fluges ins sichere Ausland dem Feind entgegenstellte, bis hin zu einer Bevölkerung, die auch mehr als viereinhalb Jahre nach Kriegsbeginn tapfer durchhält. Die Ukraine ist infolge schwerer Zerstörungen und anhaltender Luftangriffe als Staat und Gesellschaft zwar schwer getroffen, aber nicht daran zerbrochen.

Kiews Abwehrarsenale sind leer

Doch Putin hat aus seinen Fehlern gelernt und zielt in diesem Winter auf die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Bevölkerung. Der Kreml will verstärkt die ukrainische Strom- und Wärmeversorgung angreifen, um der Bevölkerung den Winter möglichst schwer zu machen. Schnee, Eis, Kälte und Dunkelheit sollen das Übrige tun. Schon jetzt schlagen russische Raketen fast täglich ungehindert in Wohnhäuser, Einkaufszentren und Straßen ein. Kiews Abwehrarsenale sind leer, vielfach steht man den russischen Angriffen schutzlos gegenüber.

Dieser Winter könnte entscheidend sein. Und somit ist klar: Vorher wird sich Putin kaum an den Verhandlungstisch setzen. Denn seine grausame Rechnung könnte ohne neue Abwehrraketen für die Ukraine aufgehen. Selbst der härteste Stahl kann unter anhaltendem Druck brechen.