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Dämpfer für Wirtschaft: Nationalbank senkt Prognosen wieder

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) mit Gouverneur Kocher senkt ihre BIP-Prognose für 2026 wieder auf 0,5 Prozent. Inflationserwartung bei 3 Prozent.

OeNB-Chef Martin Kocher präsentierte nach unten revidierte Zahlen
© APA / Harald Schneider
OeNB-Chef Martin Kocher präsentierte nach unten revidierte Zahlen

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) revidiert ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation für das Jahr 2026 leicht nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte heuer nach Ansicht der Ökonomen um 0,5 Prozent wachsen, teilte die Notenbank am Freitag mit.

Noch im Juni hatte die OeNB ihre Prognose für 2026 leicht erhöht, jetzt kommt der Retourgang. Grund für die Korrektur nach unten seien die inzwischen niedriger ausgewiesenen BIP-Zahlen für das erste Halbjahr 2026.

Zum Vergleich: Die OeNB ist mit ihrer Prognose damit derzeit pessimistischer als das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für höhere Studien (IHS). Die beiden Institute gingen in ihrer Juni-Prognose für heuer noch von einem realen Wachstum um 0,9 Prozent (Wifo) bzw. 0,8 Prozent (IHS) aus. Die nächste Prognose der beiden Institute ist für Mitte Oktober geplant.

Die OeNB-Prognose zum Nachlesen

(PDF: 673 KB)

Positiver Ausblick

Die OeNB ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Wirtschaftslage im zweiten Halbjahr etwas aufhellt und die Dynamik wieder zunimmt. Die Exportwirtschaft sollte von einem stärkeren Welthandel profitieren, zudem habe sich die Auftragslage in der heimischen Industrie verbessert, so die Notenbank.

Die verbesserten Konjunkturaussichten ab dem zweiten Halbjahr 2026 werden vor allem im kommenden Jahr sichtbar: Für 2027 hebt die OeNB ihre Wachstumsprognose gegenüber Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent an. 2028 wird von 1,2 Prozent ausgegangen.

Blick auf die Teuerung

Die Inflationserwartung (HVPI) der OeNB fällt mit 3 Prozent aber etwas niedriger aus als noch im Juni (3,2 Prozent). Für die Jahre 2027 und 2028 wird eine deutlich niedrigere Inflation von 2,3 bzw. 2,2 Prozent gesehen.

Den Rückgang in den beiden kommenden Jahren begründet die OeNB mit einer Abschwächung der Effekte des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks. Ab dem zweiten Quartal 2027 sollte der Basiseffekt auslaufen und die Energieinflation dadurch von 6,5 Prozent (2026) auf 1,0 Prozent (2027) zurückgehen.

Im Juli legte das Institut für Höhere Studien (IHS) ihre Wirtschaftsprognose bis 2030 vor. Bis 2030 wird ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (real) um durchschnittlich 1 Prozent angenommen.