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Zeitreise mit der „Münchener Freiheit“

Herzschlag ist der Takt: Die Kultband „Münchener Freiheit“ wurde im Grazer Stefaniensaal gefeiert – nicht nur bei „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“.

Tim Wilhelm, geboren in Bayreuth, ist seit 2012 Sänger der Kultband
© Martin Wiesner
Tim Wilhelm, geboren in Bayreuth, ist seit 2012 Sänger der Kultband
Christian Ude
Redakteur Kultur & Medien

Der Opener „Liebe auf den ersten Blick“ wies von Sekunde eins an den Weg: Hier werden Erinnerungen gefeiert, daher herrschte schon am Anfang Stimmung wie bei einer Zugabe. Die musikalische Zeitreise in die 1980er- und frühen 1990er-Jahre weckte wieder einen romantischen Übermut, für viele im Publikum wurden im fast ausverkauften Stefaniensaal in Graz nicht bloß Radiohits gespielt, einige der Ohrwürmer waren damals wie Tagebücher. Seit nunmehr 14 Jahren ist Moderator, Schauspieler und Sänger Tim Wilhelm (48) der Frontman der „Münchener Freiheit“; seine Klangfarbe ist der Stimme von Stefan Zauner nicht unähnlich. Wilhelm ist ein Top-Profi und klingt etwas kantiger als der samtige Zauner, der seit dem Ausstieg Solo-Projekte verfolgt.

Gekommen sind die Fans, um „ein Kollektiv zu erleben“, wie Wilhelm im Interview sagt, „wir pflegen daher auch sehr unseren Chorsound.“ Als Gründungsmitglied steht nach wie vor Gitarrist und Co-Sänger Aron Strobel auf der Bühne, Micha Kunzi (Bass) und Alex Grünwald (Keyboard) sind aber auch schon seit 1983 dabei, erlebten also den großen Durchbruch mit „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ mit. Der erwähnte kollektive Sound erzeugt nach wie vor eine Magie, daher funktioniert die „Münchener Freiheit“ auch 2026 so prächtig. Da wollen gestandene Musiker einfach einen Abend mit dem Publikum feiern.

Die Münchener Freiheit im Grazer Stefaniensaal – mit Hits wie „Herzschlag ist der Takt“, „Ich will dich nochmal“ und „Energie“
© Martin Wiesner
Die Münchener Freiheit im Grazer Stefaniensaal – mit Hits wie „Herzschlag ist der Takt“, „Ich will dich nochmal“ und „Energie“

Ihr Song-Contest-Beitrag „Viel zu weit“ aus 1993 ist nicht Teil der „Unterwegs 2026“-Tournee. An die Enttäuschung (Platz 18) wollen die Münchener wohl nicht mehr erinnert werden. Sonst hatten sie alle Hits im Gepäck, auch das Debüt „Oh Baby“ und komplexere Nummern wie „Sommernachtstraum“ sowie zwei Titel aus der Nach-Zauner-Ära. Der letzte neue Song „Komm mit mir“ stammt aus 2022, aber es ist gut möglich, dass es noch einmal ein Album gibt: „Ideen hätten wir genug“, lacht Wilhelm. Im Schnitt gibt die Band 35 bis 40 Konzerte pro Jahr.

„Bis wir uns wiedersehn“ wurde als Schluss-Song gespielt
© Martin Wiesner
„Bis wir uns wiedersehn“ wurde als Schluss-Song gespielt