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Wirtschaftskammer will ASVK nur mehr für „stadtbildprägende Projekte“

Nachdem die radikalen Reformpläne des Landes rund um die ASVK bekannt wurden, will die Wirtschaftskammer „den gesetzlichen Altstadtschutz auf den Prüfstand“ stellen.

Die Dachlandschaft in der Grazer Innenstadt
© Pajman
Die Dachlandschaft in der Grazer Innenstadt
Gerald Winter-Pölsler
Stv. Leiter Steiermark-Ressort

Viktor Larissegger nimmt den Ball auf. „Wer die Innenstadt lebendig halten will, muss Investitionen und unternehmerische Entwicklung ermöglichen“, sagt der Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Graz. Dazu gehört, dass die gesetzliche Grundlage für den Altstadtschutz „auf den Prüfstand gehört“: „Wir stehen klar zum Schutz der Grazer Altstadt. Aber die Altstadt darf nicht zu einem bürokratischen Hindernislauf für Betriebe werden.“

Das Land plant im Zuge einer Deregulierung ja einschneidende Reformen. Intern wurde die Auflösung der ASVK kommuniziert, die dann durch Einzelgutachter ersetzt werden soll. Offiziell ist das aber noch nicht. Die WKO ist eine jener Institutionen, die ein Mitglied in die Altstadtsachverständigenkommission entsenden. Seit Jahren schon fordert man aber „eine grundlegende Reform“ ein. Unternehmerinnen und Unternehmer würden regelmäßig über „lange Verfahren, unklare Entscheidungsgrundlagen und fehlende Planungssicherheit“ klagen.

Die Wirtschaftskammer hat konkrete Reformvorschläge: Die ASVK soll sich auf „tatsächlich stadtbildprägende Projekte wie Neubauten, Dachausbauten, größere Fassadenänderungen oder Abbrüche konzentrieren“. Alle Kleinmaßnahmen wie Firmenschilder, Schaufensterbeklebungen und reine Fassadensanierungen sollen „deutlich vereinfacht oder direkt durch die Stadtverwaltung abgewickelt“ werden, so der Vorstoß.

Larissegger gehe es nicht um „Kommission ja oder nein“, sondern um eine Reform nach dem Motto: „Schützen durch Entwicklung statt Verwalten durch Bürokratie“.