Prozessauftakt um riesige Cannabis-Plantage in Wien-Liesing
Am Landesgericht wird am Donnerstag der Prozess um die mutmaßlich größte Wiener Cannabis-Plantage der jüngeren Kriminalgeschichte eröffnet. Die Angeklagten sollen im Frühjahr 2024 eine Lagerhalle in Wien-Liesing angemietet und zur Aufzucht von Cannabispflanzen umfunktioniert haben. Die Ernte wurde dann gewinnbringend verkauft. Laut Anklage wurde für das Geschäftsmodell eine eigene Gesellschaft gegründet, die Erlöse wurden - entsprechend verschleiert - sogar versteuert.

Die Betreiber - zwei Männer im Alter von 42 und 44 Jahren - sollen bis zum Vorjahr hunderte Kilogramm Cannabiskraut erzeugt haben. Als die Polizei im Vorjahr die Plantage aushob, wurde dort 300 Kilogramm Cannabis entdeckt, das in 99 Säcken abgepackt. Beim Einschreiten der Polizei standen in der Halle 9.270 Cannabispflanzen in Blüte, was nach dem exekutiven Abernten weitere 245 Kilogramm ergab. 420 Kilogramm wurden in zwei Self Storage-Lagern entdeckt, die der Drittangeklagte - ein unterstandsloser 56-Jähriger - als Suchtgiftbunker angemietet, in Kartonagen abgepackt und zum Verkauf bereit gehalten haben soll.
Die Plantage spielte alle Stückerln, wie sich aus der Anklageschrift ergibt. Neben der für den Anbau nötigen Technik und Infrastruktur wies sie eine voll ausgestattete Küche, Sanitäranlagen und Schlafplätze auf - eigens beschäftigten "Gärtner" lebten dort und hatten sich um Wuchs und Gedeih der Pflanzen kümmern. Neben dem Wohn- gab es für sie sogar einen eigenen Freizeitbereich mit einem Fernseher samt Sony Playstation-Konsole, mehreren Laptops und einer Dartscheibe.