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Eine Million Menschen zu Papstbesuch in Frankreich erwartet

In Frankreich laufen die Vorbereitungen auf den viertägigen Besuch von Papst Leo XIV. vom 25. bis 28. September auf Hochtouren. Die Bischöfe des Landes rechnen laut Kathpress mit insgesamt mehr als eine Million Menschen, die an den verschiedenen Veranstaltungen in Paris, Saint-Denis, Lourdes und Metz teilnehmen.

Papst Leo XIV.
© APA/AFP
Papst Leo XIV.

Die Reise steht unter dem Leitwort "Damit die Welt Leben hat" und soll auch ein Zeichen für die Bedeutung der Menschenwürde setzen, sagte der Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz, Kardinal Jean-Marc Aveline, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Paris.

Der Besuch beginnt am 25. September in Paris mit der Begrüßung am Flughafen Orly und einem Treffen von Leo XIV. mit Präsident Emmanuel Macron im Élysée-Palast. Dort ist auch eine Begegnung mit staatlichen Vertretern, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps vorgesehen. Anschließend besucht der Papst den Sitz der UNESCO. Am Nachmittag feiert er in der Kathedrale Notre-Dame die Vesper mit Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Seminaristen.

Am Abend folgt im Stade de France in Saint-Denis eine Gebetsvigil mit Jugendlichen. Nach Angaben der französischen Bischöfe haben sich dafür bereits knapp 80.000 junge Menschen angemeldet. Eingeladen sind ausdrücklich auch Jugendliche anderer Religionen; jüdische, muslimische, Sikh-, buddhistische und hinduistische Freunde sollen gemeinsam mit katholischen Jugendlichen teilnehmen.

Am 26. September stehen zunächst ein Besuch des Zentrums Maison Bakhita für soziale Unterstützung und Integration sowie eine Begegnung mit Katechumenen (Taufbewerbern) und Neugetauften im Institut Catholique de Paris auf dem Programm. Am Nachmittag feiert der Papst die Messe auf der Place de la Concorde. Die Organisatoren rechnen dort und entlang der Champs-Élysées mit einer sehr großen Menschenmenge. Anschließend fliegt Leo XIV. nach Lourdes, wo er am Abend an der Grotte von Massabielle betet.

Am 27. September trifft er in Lourdes zunächst die französischen Bischöfe, bevor er auf der Wiese des Heiligtums eine Messe feiert. Danach sind Begegnungen mit Kranken und Mitarbeitern des Pilgerdienstes Accueil Notre-Dame sowie mit Ordensfrauen vorgesehen. Den Tag beschließt eine Rosenkranzandacht mit Lichterprozession. Für das Wochenende in dem Marienheiligtum in den Pyrenäen werden rund 225.000 Besucher erwartet.

Besondere Aufmerksamkeit gilt einer privaten Begegnung mit sieben Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Nach Angaben des Bischofs von La Rochelle, Pierre-Antoine Bozo, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Gesprächen mit rund 40 Betroffenen und Betroffenengruppen ausgewählt. Das kleine Format entspreche dem Wunsch des Papstes nach einem "wirklich persönlichen" Austausch.

Vertreten sind Frauen und Männer, die als Minderjährige oder Erwachsene sowie in unterschiedlichen kirchlichen Bereichen Missbrauch erlebt haben. Nicht ausgewählte Betroffene sollen die Möglichkeit erhalten, dem Papst schriftlich eine Botschaft zukommen zu lassen. Die Begegnung soll nach Angaben der Bischöfe eine "beträchtliche Bedeutung" haben.

Letzte Station ist am 28. September Metz. Dort stehen ein interreligiöses Treffen sowie eine Begegnung unter dem Titel "Zu den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit" auf dem Programm. Bischof Philippe Ballot verwies bei der Programmvorstellung auf die Geschichte der an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg gelegenen Stadt und auf Robert Schuman, einen der Gründerväter der europäischen Einigung, für den in der katholischen Kirche auch ein Seligsprechungsverfahren läuft. Leo XIV. soll dort über Versöhnung, Frieden und die Einheit Europas sprechen.

Rund 40.000 Menschen hätten ihr Kommen nach Metz bereits angekündigt; die Organisatoren schließen bis zu 100.000 Teilnehmer nicht aus. Die Messe im Dom von Metz ist für 16 Uhr angesetzt; der Dom fasst rund 2.000 Menschen, weitere Gläubige sollen die Feier außerhalb über Bildschirme verfolgen können.

Kardinal Aveline zufolge war die Entscheidung für den Besuch des Papstes auch eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Er habe Leo XIV. frühzeitig eine Reise nach Frankreich vorgeschlagen und trotz zunächst voller Terminkalender auf 2026 gedrängt. Nachdem eine andere Reise abgesagt worden sei, habe sich schließlich ein Zeitfenster von nur rund vier Monaten für die Vorbereitung ergeben. "Es war eine enorme Herausforderung", sagte Aveline. Er habe es dennoch für besser gehalten, die Gelegenheit zu nutzen, als den Besuch zu verschieben.

Das Gesamtbudget der Reise wird von der französischen Kirche mit rund 27 Millionen Euro angegeben. Bisher seien etwa 5,5 Millionen Euro an Spenden eingegangen; weitere Mittel sollen auch durch Mäzenatentum und den Verkauf von Souvenirs aufgebracht werden. Die französischen Bischöfe werben zugleich um weitere finanzielle Unterstützung.