Ben Shelton ringt Carlos Alcaraz in einem Nachtthriller nieder
Der Titelverteidiger in New York wurde von Ben Shelton verabschiedet. Dieser trifft nun auf Tiafoe, damit ist ein US-Amerikaner im Endspiel. Pegula gewann Duell der Milliardärstöchter.
Um 3:38 Uhr früh Ortszeit, so spät wie noch nie bei den US Open, haben die New Yorker ihre Sensation erhalten: Ben Shelton bezwang im Viertelfinale den als Nummer zwei gesetzten Titelverteidiger Carlos Alcaraz nach 4:28 Stunden und einem Fünf-Satz-Thriller 6:7(5), 6:1, 6:3, 1:6, 7:6(10/7). Damit steht fix ein US-Amerikaner im Endspiel, denn Shelton trifft nun auf Landsmann Frances Tiafoe. Dieser hatte zuvor in 4:39 Stunden das US-Duell mit Alex Michelsen in fünf Sets gewonnen.
Bei den Frauen hat die topgesetzte Titelverteidigerin Aryna Sabalenka hingegen zum sechsten Mal in Serie das Halbfinale erreicht. Die Spielerin aus Belarus bezwang die tschechische Wimbledon-Siegerin Linda Noskova am Dienstag 7:6(1), 3:6, 7:6(7) und wahrte damit ihren Status als Nummer 1 der Weltrangliste. Sie trifft nun auf Jessica Pegula.
Bei den Männern servierte Alex Michelsen bereits auf den Matchgewinn, als er gegen seinen US-Landsmann Frances Tiafoe Nerven zeigte und 7:5, 6:3, 5:7, 3:6, 6:7(6) verlor. Anschließend weinte er in den Armen des Siegers, der den 22-jährigen Landsmann nach dem Ende seines Laufs wiederum aufmunterte. „Er ist ein toller Kerl, wie er mich in diesem Moment getröstet hat“, sagte Michelsen über die Umarmung nach der Partie. „Ich weiß, wie weh das tut“, sagte Tiafoe mitfühlend. „Ich habe ihm gesagt: Du wirst hier noch so oft sein.“ In seinem dritten US-Open-Halbfinale geht es nun mit Shelton gegen einen weiteren Landsmann.
„Die USA-USA-Sprechchöre haben mich bis zum Schluss gepusht, danke, dass ihr bis nach 03.00 Uhr geblieben seid“, meinte Shelton noch auf dem Platz nach seinem ersten Sieg über einen Top-3-Spieler. „Es ist unglaublich, das ist das tollste Stadion der Welt, die tollste Sportstadt der Welt. Gott hat mich in so vieler Hinsicht gesegnet.“
Sabalenka kampfbereit, Noskova trinkfreudig
Auch Sabalenka schaffte die Wende, nachdem sie gegen Noskova im entscheidenden Satz mit einem Break zurückgelegen war. Nach 2:22 Stunden setzte sie sich im Match-Tiebreak doch noch durch. „Ich bin sprachlos, ich habe mich komplett an meine Grenze gebracht. Ich habe schon gedacht, dass das Spiel vorbei ist“, sagte Sabalenka. Den Matchball im Tiebreak verwandelte sie mit einem Ass beim zweiten Aufschlag. „Das war ein ganz wichtiger Punkt. Es zeigt einfach, dass ich bereit für den Kampf bin.“
Noskova hingegen war bedient. Die Tschechin wollte noch drei Tage in New York verbringen. „Ich werde mich betrinken und das Ganze vergessen, schätze ich“, sagte die 21-Jährige zu Reportern und lachte. „Zum Glück bin ich alt genug dafür.“
Sabalenka hat weiterhin die Chance auf ihren dritten US-Open-Titel in Serie, dies gelang zuletzt Serena Williams von 2012 bis 2014. Um die Spitzenposition in der Weltrangliste zu behalten, muss sie das Turnier gewinnen und darauf hoffen, dass die Kasachin Jelena Rybakina im Viertelfinale ausscheidet.
Pegula gewinnt Duell der Milliardärstöchter
Im Semifinale wartet die an Nummer drei gesetzte Pegula, die das reinamerikanische „Battle of the Billionaires“, den Kampf der Milliardärstöchter, gegen Emma Navarro nach Satzrückstand 3:6, 6:4, 6:3 gewann. Jessica Pegula ist die Tochter von Terry Pegula, dem die NFL-Franchise Buffalo Bills und das NHL-Team Buffalo Sabres gehört, während Emma Navarro die Tochter des Investmentbankers und Unternehmers Ben Navarro ist.
„Es bedeutet mir alles. Es war sehr schwer physisch, schwül“, sagte Pegula über den Viertelfinalsieg. „Ich habe wirklich nicht meinen besten Aufschlag gezeigt und musste sehr viele Dämonen da draußen bekämpfen.“ Sie fordert Sabalenka zum dritten Mal in drei Jahren in Flushing Meadows heraus. Vor zwei Jahren im Endspiel und im Vorjahr im Semifinale hatte aber jeweils Sabalenka das bessere Ende für sich.