US-Militär meldet Zerstörung von fünf iranischen Tankern
Das US-Militär hat laut eigenen Angaben erneut mehrere iranische Tanker angegriffen, die mit den Iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen sollen. Die Attacken auf fünf Tanker seien eine Reaktion auf Raketenangriffe auf ein Kriegsschiff der US-Marine in den vergangenen zwei Tagen gewesen. Zuvor hatten iranische Medien mehrere Explosionen auf der Insel Kharg im Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Jask an der Straße von Hormuz gemeldet.

Die Besatzungsmitglieder seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Öltanker könnten nicht mehr genutzt werden. Ein dazu veröffentlichter Videoclip des US-Militärs schien Raketenangriffe im Bereich der Maschinenräume der Tanker zu zeigen.
US-Außenminister Marco Rubio warnte den Iran unterdessen, dass die USA als Vergeltung weiterhin iranische Öltanker attackieren werden. Während eines Besuchs in Kolumbien erklärte Rubio, dass das Land jedes Mal, wenn der Iran versuche, Schiffe der US-Marine zu treffen, Tanker verlieren werde.
Bei den Attacken habe das US-Militär die Tanker "M/T Kaviz", "M/T Charminar", "M/T Horizon 1" und "M/T Riesco" im Golf von Oman zerstört, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Nahe der Insel Kharg sei zudem das Schiff "M/T Derya" angegriffen worden, hieß es weiter. Centcom begründete die Angriffe damit, dass die Tanker "Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks" gewesen seien, durch das sich die Iranischen Revolutionsgarden finanzierten.
Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Kharg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Auch nahe der Hafenstadt Jask im Südosten des Irans an der Straße von Hormuz seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es auch mehrere Explosionen auf zwei US-Stützpunkten in Jordanien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im Persischen Golf südlich des iranischen Festlands liegen mehrere Inseln von strategischer Bedeutung für die Führung in Teheran. Sie spielen auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle.
Die iranische Insel Kharg etwa ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg (1980-1988) war Kharg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen.
Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss.