Junger Kärntner bringt Traditionsbetrieb auf Kurs
Vor etwas mehr als einem Jahr hat Veit Prettner (28) die Zügel des Steuerberger Unternehmens Feinig Humus übernommen. Der Betrieb hat Kunden in ganz Österreich.

Eigentlich war Veit Prettner aus St. Donat beruflich in der Industrie beheimatet. Einer Anstellung beim ehemaligen Liebenfelser Unternehmen Energetica folgte eine Tätigkeit als Produktionsleiter im Fasergusswerk bei Hirsch Servo in Glanegg. Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich allerdings eine Tür aufgetan, von der er damals noch gar nicht wusste, ob er sie denn wahrnehmen möchte.
Bei besagter Tür handelt es sich um einen Anruf von Ekkehart Feinig. Der damalige Chef des Unternehmens Feinig Humus in Steuerberg hat Prettner angeboten, den Betrieb zu kaufen und zu übernehmen. „Eigentlich habe ich mich bei Hirsch Servo wohlgefühlt. Aber ich habe es mir angesehen, weil ich wissen wollte, ob mir so etwas mehr zusagt als die Industrie – und so war es dann auch.“
Firma übernommen
Seit 30. Juni 2025 lenkt der 28-Jährige nun die Geschicke von Feinig Humus. Das Unternehmen befasst sich mit der Produktion von Lärchenrinden und Erdprodukten sowie mit der Ausstattung von Kinderspielplätzen. „Herrn Feinig war es wichtig, dass der Betrieb nicht in einen Konzern übergeht. Er wollte, dass ihn junge Menschen aus der Region mit einem Geist für das Produkt weiterführen.“ Wie viel für die Firma bezahlt wurde, möchte Prettner nicht verraten.
Das erste Jahr unter seiner Ägide verlief zufriedenstellend. „Der Start war sehr interessant, weil es doch etwas anderes war im Vergleich zur Arbeit bei Hirsch Servo“, blickt der St. Donater zurück. „Ich musste zunächst alle Produkte kennenlernen, habe die Qualität überprüft und versucht, mit Kunden und Lieferanten Kontakt aufzunehmen.“ Auch Feedback sei eingeholt worden.
Kundenakquirierung als Herausforderung
Seit seiner Übernahme habe das Unternehmen etwa zehn neue Kunden dazugewonnen, die sich auf ganz Österreich verteilen. „Wir beliefern zum Beispiel die Stadt Wien mit Fallschutzrinde für Spielplätze, haben aber auch Kunden in Tirol, Salzburg, der Steiermark und Niederösterreich.“ Großes Argumentationsplus sei die Kärntner Lärchenrinde. „Sie ist ein Unikat“, behauptet der Jungunternehmer.
Die Kundenakquise sieht Prettner allerdings auch als große Herausforderung. Diese sei mit sehr viel Aufwand verbunden. „Sobald die Leute unsere Produkte kennenlernen, sind sie überzeugt. Aber sie müssen natürlich zuerst auf uns aufmerksam werden und das ist ein Thema.“

Im Alltag werde es in Steuerberg nicht langweilig. „Es gibt immer wieder spannende Aufträge, zum Beispiel, wenn wir mit unserem Zwölf-Meter-Kran auf engem Raum zwischen Glasfassaden oder Ähnlichem manövrieren müssen“, meint der 28-Jährige.
Unterstützung von der Familie
Das Team von Feinig Humus besteht aus sechs Personen, auch der ehemalige Chef Ekkehart Feinig helfe mit seinen 77 Jahren immer noch mit und stehe dem jungen Geschäftsführer mit Rat und Tat zur Seite. Prettners Ziel sei es, Feinig Humus langsam weiterzuentwickeln und für die Zukunft breit aufzustellen. „Ich möchte ein gesundes Kärntner Unternehmen mit familiärer Struktur aufbauen.“
Apropos „familiär“: Auch die Familie unterstützt Prettner in seiner Tätigkeit. „Vor allem mein Bruder Roman hilft mit“, erzählt Prettner. „Aber wenn Fragen aufkommen, sind natürlich auch die Eltern ein guter Ratgeber“, betont er mit einem Lächeln. Der Unternehmer stammt vom Prettnerhof in St. Donat, der unter anderem für seine Erdbeer- und Christbaumplantage bekannt ist.