Im Gesäuse schläft es sich ganz nah unter dem Sternenzelt
Über dem Gesäuse strahlen die Sterne am Nachthimmel besonders hell. Näher kommt man ihnen beim Übernachten in den Bergen auf der Hüttenrunde im Nationalpark.

Bevor die Nacht den Blick auf die Sterne über dem Gesäuse freigibt, beginnt das Abenteuer mit dem ersten Abschnitt der Hüttenrunde. Der Himmel an diesem Morgen ist strahlend blau, die Sonnenstrahlen tauchen die Wälder in goldenes Licht. Durch nahezu unberührte Natur wandert man auf der Mehrtagestour in acht Etappen von Hütte zu Hütte. Mit jedem Schritt lässt man den Alltag ein Stückchen hinter sich.
Auf abwechslungsreichen Wegen führt die Route direkt vom Admonter Ortszentrum hinauf zur Klinke-Hütte, wo es dann über das idyllische Almgelände der Flitzenalm auf Steigen und Forststraßen weiter zum Ziel für die erste Nacht geht: zur Mödlinger Hütte, einer Schutzhütte wie aus dem Bilderbuch. Der Rundumblick auf die Gipfel des Großen Ödsteins, des Admonter Reichensteins und des Sparafelds lässt staunen.

Einzigartiges Naturschauspiel am Himmelszelt
In der gemütlichen Stube wird man von den Hüttenwirten Irmgard und Heinz Rieger herzlich begrüßt. Die sechste Saison verbringen sie nun schon im Schutzhaus auf 1523 Meter Seehöhe, erzählt die Wirtin mit einem Lächeln. Das Ehepaar bewirtschaftet die Hütte mit viel Liebe zum Detail, das spürt man – und vor allem schmeckt man das. Bei hausgemachtem Topfenstrudel, dem Steirerkasbrot und guten Gesprächen erholt man sich vom knapp 14 Kilometer langen Aufstieg von Admont. Am Abend versinkt die Sonne langsam hinter den schroffen Gipfeln und taucht die Berge ringsum zum Abschied in ein kräftiges Rot.
Doch wer jetzt denkt, dass nun bald Zeit fürs Bett ist, der irrt gewaltig. Denn wenn sich die Nacht über das Gesäuse legt, beginnt ein Naturschauspiel am Himmelszelt, das seinesgleichen sucht. Während in urbanen Gegenden aufgrund der Lichtverschmutzung teils kaum Sterne zu sehen sind, zieren Millionen von ihnen die dunklen Nächte im Gesäuse. Im März 2026 wurde die Region deshalb gemeinsam mit Gebieten im Süden der Bundesländer Oberösterreich und Niederösterreich als „Dark Sky Reserve“ zertifiziert und unter Schutz gestellt.
Tipps aus der Region Gesäuse: Bei mir dahoam
Genuss: Im Admonter Gasthaus „Der Kamper“ treffen steirische Köstlichkeiten auf modern interpretierte Küche.
Action: Abenteuerlustige kommen beim Canyoning oder Rafting auf Salza und Enns voll auf ihre Kosten.
Mit Kindern: Spaß für Klein und Groß beim Adventure Golf in Sankt Gallen.
Erholung: Auf Holzschaukeln lässt es sich im Weidendom im Erlebniszentrum des Nationalparks Gesäuse entspannen.
Besonderes: Ein Besuch der Stiftsbibliothek im Benediktinerstift Admont mit ihren rund 70.000 historischen Büchern.
Mit lieben Grüßen aus dem Regionalbüro Liezen
Lena Haslinger
Ein Ort zum Abschalten
In mondlosen, klaren Nächten zieht sich das Band der Milchstraße beeindruckend über den Himmel und mit etwas Glück sind sogar Planeten mit freiem Auge sichtbar. Auch Hüttenwirtin Rieger lässt den Tag gerne auf ihrem „Hausbankerl“ mit Blick auf Mond und Sterne ausklingen: „Die Atmosphäre am Abend ist besonders beruhigend. Da kommt man richtig gut runter.“
Nur wenige Schritte von der Hütte entfernt ist es stockfinster. Der Blick in die Weite des Sternenhimmels lässt die Gedanken für einen Moment zur Ruhe kommen. Eine Familie hat sich ein paar Schritte weiter in die Wiese gelegt. Noch nie habe er so viele funkelnde Sterne am Himmel gesehen, sagt ein kleiner Junge fasziniert. Während draußen die Sterne Überstunden machen, schläft es sich im kuscheligen Bett auf der Mödlinger Hütte übrigens besonders gut.
Nachts im Gesäuse
Hüttenrunde. Vor der Ennstaler Hütte und dem Buchsteinhaus, zwei der sieben Hütten auf der mehrtägigen Tour, stehen Wellenliegen – perfekt zum Sternderlschauen.
Erlebnis Naturnacht. In dieser Saison gibt es am 16. Oktober noch einmal die Gelegenheit, den Nationalpark Gesäuse bei einer geführten Nachtwanderung zu erleben. Vorab online buchen!