Der 11. Osttiroler Selbsthilfetag zeigt neue Wege zur Gesundheit
Als „Gesundheitskongress, wie es ihn sonst in Osttirol nicht gibt“, soll der Selbsthilfetag die Menschen zur LLA Lienz locken. Geboten wird ein vielfältiges Programm.
„Nach dem Selbsthilfetag ist vor dem Selbsthilfetag“. Daniela Maier, Obfrau des Zweigvereins Osttirol der Selbsthilfe Tirol, betont, wie früh die Vorbereitungen zu diesem in Osttirol einzigartigen Tag starten. Stattfinden wird die inzwischen 11. Auflage am Samstag, dem 26. September in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) Lienz. Das Motto lautet heuer: „Gesund leben – bewusst handeln“. Dabei sollen durch Wissensvermittlung, aber auch praktische Übungen und persönliche Beratungen Wege zu mehr Gesundheit, Balance und Lebensqualität aufgezeigt werden. Maier: „Es geht um Fragen wie: ‚Wie kann ich gesund bleiben?‘ ‚Wie kann ich Gesundes gesund erhalten?‘“
Waren die Themen des alle zwei Jahre stattfindenden Selbsthilfetags zuletzt eher spitz – vor zwei Jahren stand die Darmgesundheit im Fokus, davor ging es um Trauerbewältigung, Depressionen und Schlafstörungen – hat man das Programm heuer bewusst breit und mit niederschwelligem Zugang gestaltet. „Wir verstehen Körper, Geist und Seele als verbindende Einheit. Selbsthilfe bedeutet für uns auch, einen nachhaltigen Beitrag für die Gesundheitsförderung und zur Steigerung der Gesundheitskompetenz im Bezirk zu leisten“, so die Obfrau des Vereins, der die rund 50 Selbsthilfevereine und -gruppen Osttirols vertritt.
Vorträge von zwei renommierten Sprechern
Los geht es ab 9 Uhr, das Ende ist für den späten Nachmittag geplant. Zunächst stehen zwei Vorträge auf dem Programm. Johannes Randolf hat an der Tanzakademie Rotterdam studiert, reüssiert heute als Physiotherapeut, Tanzlehrer und Buchautor. Er wird erklären, wo der Schmerz im Körper herkommt. Laut Randolf liegen die Ursachen vieler Beschwerden oft ganz woanders als vermutet. Spannende Fragen wird der gebürtige Innsbrucker aufwerfen und beantworten: etwa warum eine Banane eine Marathonkarriere zerstören kann oder was eine Brille mit Knieschmerzen zu tun hat. „Ich habe ihn bei einem Pflegekongress erlebt. Da waren sicher tausend Leut‘ im Saal – er hat sie alle gefesselt“, freut sich Maier auf den Beitrag.
Es folgt um 10.15 Uhr Martin Grassberger, der eine ebenso faszinierende Vita aufweist. Er ist Biologe, Hochschullehrer, aber auch Facharzt für Gerichtsmedizin und landwirtschaftlicher Facharbeiter. Sein Vortrag wird den aktuellen Stand der Forschung der Mensch-Natur-Interaktion vermitteln und zeigen, wie diese Erkenntnisse im täglichen Leben umgesetzt werden können. Wolfgang Rennhofer, Geschäftsstellenleiter der Selbsthilfe Osttirol: „Wir sind ungemein stolz, dass wir zwei so tolle Speaker her holen konnten.“
Workshops von Räuchern bis Kinderyoga
Nach dem Mittag stehen sechs Workshops an. So erklärt Mentaltrainerin Chryselda Pedarnig wie Gedanken und Worte auf die Gesundheit wirken. Auch Methoden zur Selbsthypnose wird sie aufzeigen, denn „die Basis für alles ist der Kopf“, wie Pedarnig sagt. Christine Wallensteiner vom Osttiroler Heilräucherwerk führt wiederum ihre Kunst der Aromatherapie vor. „Was viele nicht wissen: Räuchern hat auch eine ganz stark immunstärkende Wirkung“, erklärt sie. Und: „Düfte wirken phänomenal und das möchte ich gerne weitergeben.“
Weitere Workshops widmen sich der Körperlogik, dem „KORT.X“-Gehirn- und Bewegungstraining oder dem Gedächtnistraining für Senioren. Auch Kinderyoga wird angeboten. Alles ist kostenfrei, für die bis zu zweistündigen Kurse muss man sich aber anmelden. Alle Infos finden sich auf der Internetseite des Zweigvereins: www.selbsthilfe-osttirol.at. Abgerundet wird das Programm durch kostenlose Gesundheits-Checks im „Hartlauer Gesundheitsbus“, zudem stellen sich alle Selbsthilfegruppen und -vereine des Bezirks vor. Für das leibliche Wohl sorgt die LLA zu fairen Preisen.
Alle Menschen sind eingeladen
Mit dem Selbsthilfetag angesprochen werden Menschen aller Altersgruppen aus Osttirol und Umgebung. Aber auch Fachpersonen, Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitsbereich sowie Netzwerkpartner sind willkommen. „Das ist eine Art Gesundheitskongress, wie es ihn sonst in Osttirol nicht gibt“, wirbt Maier für einen Besuch.