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Heribert Eisner ist ein Sprengmeister mit Taktgefühl

Seit 100 Jahren gibt es den MGV Ingolsthal – auch wenn das Dorf nur 96 Einwohner hat. Obmann ist Heribert Eisner, der Enkel eines der Gründer.

Heribert Eisner ist Obmann des Männergesangsvereins
© KK/MGV Ingolsthal
Heribert Eisner ist Obmann des Männergesangsvereins
Robert Benedikt

Ganze 96 Einwohner zählt der Friesacher Ortsteil Ingolsthal. Dennoch hat sich der dortige Männergesangsverein (MGV) seit 1926 erhalten. So konnte der Chor heuer sein 100-jähriges Bestehen feiern mit einem Obmann namens Heribert Eisner (53), dessen Großvater zu den Mitgründern des Klangkörpers gehörte. Eisner: „Wir bieten ein reichhaltiges Repertoire das von Kärntner Liedern über Gospels bis hin zum Jazz reicht.“ Es ist wohl der Kleinheit des Standortes geschuldet, dass der Chor von einstmals 23 auf acht Mitglieder geschrumpft ist. Die Stimmkraft ist trotzdem erhalten geblieben. Deshalb wird der MGV Ingolsthal gerne gebucht, ob es sich nun um einen Gastauftritt bei einem Konzert, eine Messe oder eine Hochzeit handelt.

Drei CDs hat der Chor in den letzten Jahren aufgenommen, die vierte ist rechtzeitig zum 100-Jahr-Jubiläum fertig geworden. Für das Jubiläumskonzert Ende August hat man einen historischen Schauplatz auserkoren, nämlich die Bühne der Burgschauspiele am Petersberg in Friesach. Dort konnten die Sänger 700 Gäste begrüßen, darunter auch Manuela Biedermann, die zehn Jahre lang als Chorleiterin für die Auftritte des MGV verantwortlich war. Mit den Ingolsthalern feierten das Doppelsextett Velden, der gemischte Chor Grafenstein, das gemischte Quartett KlongQudrat und das Altsteirer-Duo Lemmerer,

Die acht Männer des MGV Ingolsthal
© Duernwirth
Die acht Männer des MGV Ingolsthal

Für die Organisation verantwortlich zeichnete Obmann Heribert Eisner, der als Bau- und Sprengmeister mit seinem zehnköpfigen Team nicht nur in Kärnten selbst, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus tätig ist: „Unsere Schwerpunkte sind die Wildbachverbauung und die Errichtung von Kraftwerken. Wir bauen aber auch Straßen und Gebäude.“

Klettern in der Eiger-Nordwand

Der 1973 in Friesach Geborene absolvierte zunächst eine Tischler- und Zimmererlehre, legte an der Abend-HTL die Matura ab und ließ sich zum Sprengmeister ausbilden. Nach Jahren als angestellter Bauleiter in der Schweiz, Westösterreich und in Wien, kehrte er in die Heimat zurück und gründete hier sein Bauunternehmen „Eisner Bau- und Sprengtechnik“. Er selbst bezeichnet sich als Extremisten der „Immer bis an die Grenzen des Möglichen“ geht. Diese Eigenschaft kommt auch bei seinem Lieblingssport, der Kletterei zum Tragen: „Mein nächstes Ziel ist die Eiger-Nordwand.“

Damit nicht genug: Heribert Eisner bewirtschaftet auch den Bauernhof, den er von seinem Vater übernommen hat. Mutterkuh-Haltung ist angesagt. Mittlerweile betreiben seine drei erwachsenen Töchter dort auch einen Reiterhof: „Der steht auch Besuchern offen.“