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Romeo und Julia, Eggenberger Allee 90

Das Hohelied der Liebe gibt es zwar schon in der Bibel, aber William Shakespeares „Romeo and Juliet“ reicht in seiner Poesie heran. Den großen Liebenden widmete Arsonore im Schloss Eggenberg einen Themenabend.

Die georgische Pianistin Irma Gigani
© Sofija Palurovic
Die georgische Pianistin Irma Gigani
Martin Gasser
Ressortleitung Kultur und Medien

William Shakespeares Stück machte Romeo und Julia zum meistbesungenen Liebespaar der Welt. Selbst im Austropop fand das tragische Pärchen durch Carl Peyers Schmachtfetzen „Romeo und Julia“ Eingang. Diesmal war es aber nicht in der „Bahnhofstroß‘n 104“ zugange, sondern in der Eggenberger Allee 90 daheim. Der Planetensaal von Schloss Eggenberg wurde zum Hörplatz für allerfeinste Poesie. Markus Meyer rezitierte ausnehmend gut grandiose Sonette des Schwans von Avon und Auszüge aus der Tragödie über die beiden Veroneser Jugendlichen.

Auch die klassische Musik steckt voller Romeos und Julias. Franz Liszts „Träumerei“ über ein Thema aus Gounods Oper war die sinnige Einstimmung auf den restlichen Abend, den die georgische Pianistin Irma Gigani mit zwei kapitalen Stücken gestaltete: Die hochvirtuose Klavierbearbeitung von Tschaikowskys Fantasie-Ouverture „Romeo und Julia“ spielte sie mit enormer Übersicht, Ausdauer und Brillanz.

Noch besser gelang völlig anders gearbeitete Musik von Serge Prokofieff. Der destillierte aus seinem Ballett „Romeo und Julia“ zehn Stücke für Klavier: harmonisch avancierte Musik voller Überraschungen, der Gigani aber das Sperrig-Abweisende nahm. So eloquent, so flüssig und schlüssig, so geschmeidig, aber ohne Weichspüler klingt diese mitunter zackige Musik eher selten. Dass Gigani demnächst ein Album mit Prokofieff-Sonaten vorlegen wird, klingt verheißungsvoll. Zum ausdauenden Jubel des Publikums gabs noch Rilkes „Liebes-Lied“, auch das von Meyer wunderschön vorgetragen.